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| 18:13 Uhr

Gedenksteine im Lapidarium zerstört

Vom Gedenkstein fehlen Namenszug und Notenschlüssel.
Vom Gedenkstein fehlen Namenszug und Notenschlüssel. FOTO: pr
Spremberg. Ein Akt sinnloser Zerstörung ist am vergangenen Wochenende im künftigen Lapidarium auf dem Spremberger Georgenberg festgestellt worden. Unbekannte Täter haben zwei dort bereits aufgestellte Gedenksteine stark beschädigt. C. Würz

So wurde vom Erinnerungsstein für den 1931 verstorbenen Spremberger Kantor und Kirchenmusiker Otto Leitmann der metallische Namenszug gewaltsam abgetrennt. Auf einem weiteren Grabstein, der dem einstigen Spremberger Versicherungsspezialisten Hans Kühn und seiner Mutter gewidmet ist, fehlt eine Plakette mit dem Bildnis des zu seiner Zeit sehr bekannten Sprembergers. Weder die Buchstaben noch die Metallplakette sind bis jetzt im Umfeld aufgefunden worden.

Frank Meisel, Vorsitzender des Spremberger Laga-Vereins, kann die Dreistigkeit der Täter nicht fassen. "Mir fehlen die Worte, wie man auf so dreiste und dumme Art das Gedenken berühmter Spremberger und die Arbeit anderer Menschen schänden kann", sagt er. Der Laga-Verein hat seit 2009 das Konzept eines Lapidariums im Stadtpark-Gelände auf dem Georgenberg entwickelt. Dort sollen die Grabsteine bedeutender Spremberger Bürger als Denkmale aufgestellt werden und ein Stück Spremberger Historie bewahren. Alles, was bisher geschaffen wurde, war mit Hilfe von Spendengeldern entstanden.

Der Verein hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Beamten haben umfassend Spuren gesichert und ermitteln jetzt zum Tatbestand eines "besonders schweren Diebstahls". Wer als Zeuge Aussagen zum Geschehen am Lapidarium machen kann, sollte sich bei der Polizei melden, sagt Polizeisprecher Ralph Meier.

Die Zerstörung der erst kürzlich aufgestellten Grabmale wirft den Laga-Verein nun in seiner Arbeit zurück. "Wir wissen weder, wo wir das Geld für die Reparaturen hernehmen sollen, noch wie die alten Inschriften ersetzt werden können", sagt Frank Meisel. Der materielle Wert der gestohlenen Schriftzüge dürfte sehr gering sein, der ideelle Wert für den Verein und sein Lapidariums-Konzept jedoch sehr groß. "Wir bitten die Täter daher, die Buchstaben und die Plakette an uns zurückzugeben", erklärt Vereinschef Frank Meisel.