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| 02:47 Uhr

Gahry rätselt um die Herkunft alter Säulen

Mitglieder des Jugendclubs begegnen der Dorfgeschichte.
Mitglieder des Jugendclubs begegnen der Dorfgeschichte. FOTO: aha
Gahry. (aha) Die Berlin-Brandenburgische Landjugend hat am Wochenende eine 48-Stunden-Aktion ausgerufen. Seit 20 Jahren packen junge Gahryer mit an.

Startschuss der diesjährigen Aktion war am Freitag um 18 Uhr. Am Jugendclub, einem gelben Container in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Gutsparks, wollten sie ursprünglich den bereits etwas schäbig aussehenden Balustraden an der Wasserfläche einen neuen Farbanstrich verpassen. "So kurzfristig konnten wir das nicht mit der Denkmalsschutzbehörde abstimmen", berichtet Oliver Vatter (27), seit Jahresbeginn Jugendclub-Chef.

Lang ist die Vorhabensliste dennoch. "Wir wollen das Umfeld unseres Jugendclubs planieren, alles säubern, eventuell die Außenwände abkärchern, Holz für unsere Feuerschale hacken sowie die Postsäulen im Dorf anstreichen", sagt seine Zwillingsschwester Carolin Najork.

Bereits im Vorfeld bewegten diese Stelen die Gemüter. Sind es wirklich Postsäulen? Eine von ihnen steht mitten im Dorf, am Grenzfließ, der bis zum Jahr 1815 die preußisch-sächsische Landesgrenze markierte. "Der Grenzgraben verlief früher noch anders, vielleicht noch näher am Stein. Vielleicht war das der Grund, ihn aufzustellen", vermutet Ricardo Hanske.

Östlich des Kerndorfes befindet sich in der Jocksdorfer Straße die zweite historische Säule. Verblasst ist nicht nur die Farbe, sondern auch die Erinnerung. Ortsvorsteher Klaus Vatter (53) ging auf Spurensuche. Die Mitarbeiter des Bauamtes vom Amt Döbern-Land hätten auf Nachfrage versichert, dass sich die beiden Steine nicht auf der Denkmalsliste befänden. "Das sind keine Postmeilensäulen oder preußische Meilensteine, sondern eher Wegesteine, die an den Gabelungen die Kilometer-Entfernung zu den Nachbardörfern Klein Kölzig und Jocksdorf angaben", sagt er.

Doch aus welcher Zeit stammen beide Säulen nun wirklich? "Hier ist eine Zahl zu sehen", ruft die siebzehnjährige Verena Winkler beim Anstreichen. "1912" kann entziffert werden. Diese Zahl wollen die Jugendlichen nun mit Farbe hervorheben.