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| 15:49 Uhr

Sportliche Begegnung
Fußball bringt Szprotawa und Spremberg zusammen

Kinder aus Szprotawa und Spremberg nahmen am Turnier teil.
Kinder aus Szprotawa und Spremberg nahmen am Turnier teil. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Haus des Lernens trägt Turnier zwischen Schülern aus.

Eben haben sie noch selbst mitgespielt. Jetzt sitzen die beiden Mädchen auf dem Zuschauerrang. Über das Feld sprinten Schüler aus Szprotawa und Spremberg.

Wäre dies ein normaler Tag, würden Emma und Anika, beide zwölf Jahre alt, jetzt im Unterricht sitzen. Englisch und Deutsch stünden auf dem Lehrplan. Stattdessen trägt das Spremberger Haus des Lernens ein Fußballturnier mit seinen Gästen aus Polen aus.

Emma sagt: „Wir haben vorhin 0:3 verloren, aber das ist egal.“

Anika nickt: „Hier geht es ja um Spaß, nicht um das Ergebnis.“

Selten unterstützt eine Institution ein Projekt, bei dem die reine Freude mehr zählt als das Resultat. Die Euroregion Spree-Neiße-Bober fördert das deutsch-polnische Turnier der Grundschüler. 15 Kinder und Jugendliche aus Szprotawa sind mit dem Bus nach Spremberg gefahren. Zu ihnen zählt der 13-jährige Hubert Malicki.

„Auf jeden Fall ist das Turnier besser als Unterricht“, sagt er. Zum fünften Mal besucht er Spremberg. In Szprotawa engagiert er sich bei der freiwilligen Feuerwehr. Deshalb hat er schon die Kameraden aus der Lausitz getroffen.

Auf seinen Schuhen trägt Hubert Autogramme von Schülern aus Spremberg. Schon kurz nach der Ankunft haben sie so ihre Namen verewigt. Darin steckt der Grund, weshalb die Euroregion das Fußballturnier fördert. Ihre Mitarbeiter wollen Deutsche und Polen zusammen bringen. „Barrieren reduzieren, gemeinsame Stärken nutzen.“ So lautet ihr Ziel.

Jakub Buryna vom Zentrum für Bildung und Austausch begleitete die Gäste aus Szprotawa nach Spremberg. „Sie waren alle sehr aufgeregt“, berichtet er. „Nach der Ankunft haben sich die Mannschaften sofort vermischt.“ Jüngere und ältere Schüler spielen gemeinsam in einem Team, polnische und deutsche Kinder ebenso. Ein reines Länderspiel sieht anders aus, wäre aber auch gar nicht im Sinne der Teilnehmer.

Seit 16 Jahren lebt Kinga Henning in Spremberg, die aus Polen stammt und nun ebenfalls beim Zentrum für Bildung und Austausch arbeitet. „Das Rückspiel wird wohl im Herbst in Szprotawa stattfinden“, sagt sie.

Die Schüler dürfte das freuen. Wieder mal Fußball statt Unterricht. Obwohl das Lernen der richtigen Fußballtechnik ebenfalls dem Bildungsauftrag dient. Für die Weltmeisterschaft, bei der ja jeder Zuschauer Experte ist.