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Fürst besucht Hornower Mühle

Irene Nitschke (l.), Vorsitzende des Hornower Mühlenverein, erklärt Gästen die Funktionsweise der Mühle ihres Vaters am Schrotgang.
Irene Nitschke (l.), Vorsitzende des Hornower Mühlenverein, erklärt Gästen die Funktionsweise der Mühle ihres Vaters am Schrotgang. FOTO: Anja Guhlan
Hornow. Zum Deutschen Mühlentag hat sich hoher Besuch an der Hornower Mühle angesagt: Hermann Fürst von Pückler persönlich schaute vorbei. Während einige Besucher sich während der Führungen die Hornower Mühle genauer anschauten, unterhielt Pückler das restliche Volk. Anja Guhlan

"Oh, Marianne", ruft Hermann Fürst von Pückler alias Ronne Noack der Müllerin zu. "Oh, mein Hermann", flötet die Müllerin zärtlich zurück. Eine innige Umarmung folgt und Pücklers angetraute Lucie steht voller Verwunderung hinter ihnen. Zahlreiche Lieder zum Mitsingen folgen. Während Pückler - der große Romantiker - nicht nur die Müllerin sondern auch sämtliche weibliche Besucher des Mühlentages bezirzt, geben die Mitglieder des Mühlenvereins Hornow reichhaltige Informationen über die Mühle, die im Jahr 1787 als Gutsmühle erbaut und später zur Motormühle umfunktioniert wurde. Halbstündlich treten neue Besucher in die Mühle ein. Sie kommen aus Spremberg und dem Umland, aus Cottbus, dem sächsischen Weißwasser, ja, sogar aus Nürnberg kamen Gäste zur Mühle.

Irene Nitschke, die Vorsitzende des Mühlenvereins, der sich im Jahr 2006 zum Erhalt der alten Bockwindmühle gründete und derzeit 13 aktive Mitglieder hat, ist überwältigt von dem Ansturm. "In diesem Jahr ging der Besucheransturm ja schon vormittags los, hielt sich über den Mittag und fand seinen Höhepunkt am Nachmittag", meint sie. Nahezu 1200 Besucher wollten sich bei schönem Wetter die Mühle zeigen lassen, die Unterhaltung durch Pückler erleben, den kleinen Regionalmarkt besuchen, die Kutschfahrten und vor allem das Spanferkel und den selbst gebackenen Kuchen der Mitglieder genießen.

Stets am Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag soll die alte Mühle an die Zeit erinnern, in der es auch in der Lausitzer Region viele Mühlen gab. "Mühlen hatten ja damals eine große Bedeutung. An diese wollen wir als Verein zu erinnern versuchen", meint Irene Nitschke.

Ihr Vater Helmut Noack hatte als Müller im Jahr 1968 die Mühle übernommen. Bis dato wurde in der Mühle auch gemahlen. Alle Maschinen und Vorrichtungen sind bis heute vollständig erhalten geblieben.

Die Erlöse des Mühlentages will der Verein in mehrere Neuanschaffungen für die Mühle stecken. So möchte sich der Verein gerne noch in diesem Jahr eine Handmühle zur Demonstration des Mahlgangs anschaffen. Auch Fahrradständer für die Besucher werden dringend gebraucht. "Größere Projekte sind ebenfalls in Vorbereitung, müssen aber gründlich durchdacht und mit Sachverstand angegangen werden, bevor wir damit in die Öffentlichkeit gehen", so Irene Nitschke.

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Die Hornower Mühle steuert weitere Höhepunkte in diesem Jahr an. So lädt der Mühlenverein am 15. Juli um 19 Uhr zu "Musik in der Mühle" ein. Am 10. September von 17 bis 21 Uhr sollen Lesungen anlässlich der Museumsnacht in der Hornower Mühle stattfinden. Wie Irene Nitschke informiert, werden Episoden aus den Archiven rund um die Mühle und das Müllerleben gelesen.