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| 18:29 Uhr

Fünf Verkehrstote im Jahr 2016 im Raum Spremberg

Bei diesem schweren Verkehrsunfall am 11. Juli 2016 in Spremberg sind drei Menschen gestorben.
Bei diesem schweren Verkehrsunfall am 11. Juli 2016 in Spremberg sind drei Menschen gestorben. FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. Die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten im Bereich des Polizeireviers Spremberg ist im Jahr 2016 im Vergleich zu 2015 deutlich gestiegen. Waren 2015 ein Toter und 55 Verletzte zu beklagen, musste die Polizei 2016 fünf Verkehrstote und 62 Verletzte zählen. Annett Igel-Allzeit

Besonders schlimm blieb ein Unfall auf dem Abschnitt der B 97, der an Spremberg vorbeiführt, in Erinnerung. Ein 50-jähriger Mann hatte am 11. Juli 2016 kurz nach 11 Uhr einen Tanklastzug überholen wollen und stieß auf der Gegenfahrbahn mit einem anderen Auto zusammen. Mit ihm starben eine 62-jährige Autofahrerin und ihre 80-jährige Beifahrerin. Nur zwei Monate später knallte es erneut bei einem Überholmanöver auf dieser Umgehungsstraße, zwei Personen wurden verletzt.

Insgesamt ist die Polizei im Spremberger Revier 2016 zu 756 Verkehrsunfälle ausgerückt, 728 waren es 2015. Selbst, dass es im Herbst noch einmal eine Hitzewelle mit 30 Grad Celsius gab, sieht die Polizei in ihrer Unfallstatistik, erklärt Bettina Groß, die Leiterin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße den Spremberger Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause. Bei Kontrollen sind den Polizisten im Vorjahr 279 Autofahrer aufgefallen, die unter Alkoholeinfluss standen, sieben mehr als 2015. Bei vier Autounfällen spielen Drogen eine Rolle, bei 99 in und um Spremberg Alkohol, 16 mehr als 2015.

Aber auch in der Kriminalitätsentwicklung sind die Zahlen nach einem leise gefeierten Rückgang 2015 im Vorjahr wieder gestiegen. Von 19 942 Straftaten im gesamten Inspektionsbereich, so Marco Mette, der Leiter der Kriminalpolizei, wurden 56,6 Prozent in Cottbus verübt. Von den 8660 Straftaten im Spree-Neiße-Kreis sind 1471 in und um Spremberg erfasst - 47,4 Prozent davon konnten aufgeklärt werden. Wiederum 682 dieser Straftaten waren Diebstähle. Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche schnellte im Inspektionsbereich um 60 auf 299 nach oben. 34 davon passierten in Spremberg, sieben davon waren Wohnungseinbrüche am helllichten Tag. Auch in Gärten, Bungalows und Kellern wurden wieder zahlreiche Diebstähle festgestellt - mit 77 genau 20 mehr als 2015. "Und die Zahl der Fahrraddiebstähle stieg in Spremberg im Vorjahr von 95 auf 125. Aber das ist im gesamten PI-Bereich so", sagt Marco Mette.

Einen leichten Rückgang erlebte die Polizeiinspektion dagegen bei den Raubdelikten - Fälle, wo die Täter Menschen angreifen und berauben: Von 163 solcher Fälle im Bereich Cottbus/Spree-Neiße 2015 ging es im Vorjahr runter auf 139. Sieben dieser Fälle beschäftigten das Spremberger Revier, drei von ihnen konnten noch im Jahr 2016 aufgeklärt werden.

Mit der Statistik zur Rauschgiftkriminalität geht Mette am vorsichtigsten um. "Hier sank zwar die Zahl der Fälle von 821 auf 683. Aber das sind Kontrolldelikte. Deshalb sind hier alle 39 Spremberger Fälle auch aufgeklärt", erläutert der Kriminalhauptkommissar. Allerdings habe es sich 2016 in Spremberg nicht nur um Drogenbesitz gehandelt, sondern auch um Drogenhandel.

Und mitgebracht hatte Mette den Spremberger Stadtverordneten auch die Spremberger Tatverdächtigenstatistik. "Während unter den 499 Tatverdächtigen 2016 in Spremberg zwölf Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige sind, liegt dieser Anteil in Guben doch deutlich über 30." Gesunken der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den Tatverdächtigen. Standen 2015 noch 24 Kinder und 46 Jugendliche bei insgesamt 476 mutmaßlichen Tätern unter Tatverdacht, waren es 2016 genau 18 Kinder und 41 Jugendliche. Die Zahl der heranwachsenden Tatverdächtigen (18 bis 21 Jahre) lag in beiden Jahren bei 39.

Die Stadtverordneten hatten vor allem Fragen zur Spurensicherung, zur Aufklärungsquote und zu Betrug im Internet. Gerade im letzten Punkt sei es schwierig, Entwicklungen darzustellen, da die Täter weltweit agieren, aber auf einen Schlag 300 Spremberger betroffen sein könnten, erklärte Bettina Groß. "Hier wünsche ich mir eine Opferstatistik, um hier Entwicklungen darstellen zu können", sagt sie.

Birgit Wöllert (Linke) nutzte die Gelegenheit, um Sprembergs Revierleiter Jörg Kraus zu loben: "Er leistet hier viel - und wir können am Runden Tisch gut mit ihm zusammenarbeiten."