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| 02:34 Uhr

Froschquaken und Entenidylle entspannen die Besucher

Auf dem Grausteiner Badeteich, einem uralten Feldsoll, war vergangenen Sommer erstmals Meeresgott Neptun auf Achse. Das Gewässer befindet sich mehrere hundert Meter nordwestlich vom Kerndorf entfernt.
Auf dem Grausteiner Badeteich, einem uralten Feldsoll, war vergangenen Sommer erstmals Meeresgott Neptun auf Achse. Das Gewässer befindet sich mehrere hundert Meter nordwestlich vom Kerndorf entfernt. FOTO: trt1
Spremberg. Sie gehören wie Kirche und Gastwirtschaft zum typischen Bild ländlicher Siedlungen. Bis heute bilden Dorfteiche idyllische Mittelpunkte. trt1

Dienten die Gewässer einst zum Tränken des Viehs und zur Fischzucht, werden sie heute als reizvolle Orte zum Entspannen geschätzt.

Wer Graustein nur von der vielbefahrenen Bundesstraße 156 kennt, dürfte an diesem Ort nicht allzu viel Attraktives entdecken. Doch bei einem Abstecher in die nahe Dorfaue sieht das schon ganz anders aus. Denn da befindet sich gleich neben der Schule, die einst der spätere Lausitzer Nationalschriftsteller Erwin Strittmatter (1912 - 1994) besuchte, ein idyllischer Dorfteich. Klein, aber fein, wissen die "Grauschteener", wie der Autor die Einheimischen bezeichnete. Bereits im Jahr 1689 wurden ein großer und zwei kleine mit Fischen besetzte Gewässer erwähnt. So ist es in der Chronik niedergeschrieben. Ob damit auch der Dorfteich gemeint ist, bleibt offen. Jedenfalls existieren bis heute in unmittelbarer Nähe des Dorfes weitere Kleingewässer. Dabei handelt es sich um sogenannte Sölle, Löcher in der Landschaft, in denen das Eis der letzten Eiszeit abschmolz und schließlich das Gewässer bildete. Eine dieser winzig erscheinenden Wasserstellen ist vor wenigen Jahren durch den örtlichen Wasser- und Bodenverband renaturiert worden. Und vor wenigen Wochen haben dort die Grausteiner ihr erstes Neptunfest gefeiert.

Auch das benachbarte Groß Luja besticht gleich mit mehreren Teichen. Nach Angaben von Ortsvorsteher Sven Ruhner handelt es sich insgesamt um sechs Gewässer. Problem: Das Wasser ist kaum noch zu sehen, das starke Pflanzenwachstum trägt dafür die Verantwortung. Mittelfristig, so kündigt Ruhner an, wollen die Einwohner ihre Teiche wieder herrichten. Schließlich gehören Schulteich, Kossingsteich, Sonntagsteich und Co. einfach zum Ortsbild dazu.

Auch Schönheide hat einen idyllisch gelegenen Dorfteich zu bieten. Dort, so berichten die älteren Einwohner, wurde einst im Winter Schlittschuh gelaufen. Nicht zuletzt diente das Gewässer als Ziel beim Rodeln von den unmittelbar benachbarten Anhöhen. Denn Teich gibt es noch heute, ebenso die Teichstraße.

In Hornow und Wadelsdorf gibt es jeweils gleich mehrere Kleingewässer. Mindestens genauso reizvoll präsentiert sich die parkähnliche Gegend westlich von Klein Loitz. Der Radweg nach Bloischdorf führt direkt durch das wasser- und waldreiche Gelände. Reuthen wartet mit seinem Schlossteich auf, bekannt durch die intensive Seerosenblüte. Der benachbarte Försterteich wurde erst vor wenigen Jahren dank wasserwirtschaftlicher Arbeiten renaturiert. Weskow wartet ebenfalls mit einem kleinen Teich auf. Darüber hinaus existiert die feucht-quellige Bullenwiese im Spreetal.

Neu-Haidemühl verfügt über einen großzügigen Angelteich. Dieser dient als Ersatz für das Gewässerensemble im alten Ort. Das Trio rund um den Wurzelteich dient noch heute als Angelrevier. Voraussichtlich aber nur noch wenige Jahre. Dann nimmt wohl der näher rückende Tagebau Welzow-Süd dieses Gebiet in Anspruch.

Auch in den abgebaggerten Dörfern zwischen Spremberg und Welzow gab es einst Dorfteiche. Besonders in Erinnerung geblieben ist Gosda. Das Dorf bildete mit seinen Teichen, Quellen, Wäldern und den Höhen des Lausitzer Landrückens ein wunderschönes Fleckchen Erde. Die Ortsgedenkstätte, so haben Recherchen des Heimatvereins ergeben, befindet sich übrigens genau dort, wo sich einst der Pickelteich erstreckte.

Welzow besitzt mit dem Ende des Jahres 2011 wieder hergestellten Schwanenteich auch einen Dorfteich direkt auf der historischen Aue. Der Vorgänger war erst in den 1930er-Jahren angelegt worden. Später wurde das Gewässer zugeschüttet, da es in mehreren Kellern Nässeprobleme gab. Heute dient sein Nachfolger als Augenweide am Ortseingang aus Richtung Proschim. Dann und wann landen dort Enten, die es sich gut gehen lassen. Und während der warmen Monate gibt es darüber hinaus so manches Froschkonzert.