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| 15:56 Uhr

Grabflächen schrumpfen
Stadtverordnete wollen Friedhöfe schützen

Spremberg. Spremberger Politik zieht Schließen von Teilen der Anlagen dem Umwidmen vor.

Das Spremberger Friedhofskonzept wirft so viele Fragen auf, dass mitunter selbst die Leute scheitern, die sich damit auskennen müssten. Die Mitglieder der Ausschüsse haben darüber beraten, die Ortsvorsteher und die Stadtverordneten, und trotzdem bleiben Irritationen. So wundert sich das SPD-Mitglied Göran Richter aus Schwarze Pumpe über Kosten von 35 000 Euro, die das Konzept für den Nordfriedhof in seinem Ortsteil verzeichnet. „Ich verstehe nicht, wie diese Summe zustande kommt“, bekannte Göran Richter bei der Konferenz der Stadtverordneten.

Der CDU-Abgeordnete Peter Reininger unternahm einen Erklärungsversuch. Die 35 000 Euro seien die Kosten, die anfallen würden, wenn die Stadt alle Aufgaben für den Friedhof aufrecht erhält. „Es handelt sich hierbei nicht um die jährlichen Betriebskosten.“ Grundsätzlich verteidigte er erneut den Plan, einzelne Friedhofsflächen zu schließen. „Das ist das Beste und Einfachste, was uns passieren kann“, sagte Peter Reininger. „Denn so besteht die Option, sie bei Bedarf wieder zu öffnen.“ Anders verhalte es sich beim Umwidmen von Flächen. Das können wiederum dazu führen, dass sie sich in Bauland verwandeln und somit ihren ursprünglichen Zweck völlig verlieren. „Das Schließen der Flächen dient ihrem Schutz“, betonte Peter Reininger, der auch den Vorsitz des Spremberger Bauausschusses bekleidet.

Stadtverordnetenvorsteherin Elke Franke (Die Linke) betonte, dass die Diskussion um das Konzept nach wie vor zu Missverständnissen führen könne. „Wir schließen keinen kommunalen Friedhof“, sagte sie. Darauf weist auch Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel in einer Stellungnahme für die Stadtverordneten hin. So solle das Konzept lediglich die Möglichkeit schaffen, die Gesamtfläche der einzelnen Friedhöfe je nach Bedarf zu reduzieren, insofern sie „bereits gegenwärtig und auch für die Zukunft“ nicht mehr für Bestattungen benötigt werde. „Geschlossene Friedhofsteile können gegebenenfalls wieder belegt werden“, teilt der Fachbereichsleiter mit.

Eine Mehrheit der Stadtverordneten spricht sich dafür aus, einen Teil der Fläche des Friedhofes in Sellessen aufzuheben. Schrumpfen sollen auch die Friedhöfe in Cantdorf, Groß Luja, Graustein, Terpe, Trattendorf, Türkendorf, Schwarze Pumpe Nord, Schönheide, Slamen, Weskow und der Waldfriedhof.