Von Martina Arlt

Um ein Areal von zehn Hektar Fläche „in Schuss“ zu halten, erfordert es im Jahr schon mehrere Arbeitseinsätze. Dabei sind die Wasserballer und auch die Mitglieder der Spremberger Wasserwacht immer an erster Stelle. Am vergangenen Samstag nutzten sie das Bilderbuchwetter und holten Harken, Schippen und Rasentraktor nach der langen Winterzeit aus dem Schuppen. Allein 55 fleißige Helfer der Wasserwacht nahmen sich die Zeit und befreiten den Rasen vom Winterdreck.

Das ist schon seit 20 Jahren so. Denn natürlich nutzen die Freunde der Wasserwacht für ihre Trainingseinheiten regelmäßig das Freibad und in der kalten Jahreszeit die Schwimmhalle. Die Wasserwacht zählt 300 Mitglieder, davon 198 Kinder- und Jugendliche. Die jüngsten Mitstreiter sind sechs Jahre alt. In den letzten sechs Monaten gab es 50 Neuanmeldungen. Seit zwei Jahren leitet Silvana Reininger die Ortsgruppe der Spremberger Wasserwachtler. Den Jugendwart übernahm Sophie Preuß.

„Im Sommer trainieren unsere Leute natürlich hier in dem schönen Freibad“, sagt Peter Reininger. Im Winter treffen sie sich hingegen freitags in der Schwimmhalle zwischen 17.30 und 21 Uhr. Die Stadt stellt in der Halle jetzt sogar noch eine dritte Bahn zur Verfügung. „Oft sind zur gleichen Zeit 60 Kinder vor Ort, die ihr Training absolvieren möchten“, so Reininger.

Die Wasserwacht hat die Aufgabe, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. So ist die Schwimmausbildung das A und O. Kinder und Jugendliche können das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Gold und Silber ablegen. Im Alter ab zwölf Jahren kann die Ausbildung zum Rettungsschwimmer absolviert werden.

Dazu gehören entsprechende Voraussetzungen wie die Erste-Hilfe-Grundausbildung, 15 Meter Tauchen, Tieftauchen, Ringe hochholen sowie mit Bekleidung schwimmen. Wer den Rettungsschwimmer in der Tasche haben möchte, sollte mehrere Schwimmarten nachweisen können und Befreiungsgriffe kennen. Eine umfangreiche theoretische Ausbildung gehört dazu.

Patrick Fischer (26) gehört seit 18 Jahren der Wasserwacht an und ist heute der Technikverantwortliche. Bei der Wasserwacht werden jährlich 60 Seepferdchen, 20 Jugendschwimmabzeichen sowie 20 Rettungsschwimmer „abgenommen“. Auch die Erste-Hilfe-Ausbildung gehört zu den Aufgaben der Wasserwacht. Vor wenigen Wochen reisten die Spremberger zum 24-Stunden-Schwimmen mit mehr als 30 Schwimmern nach Guben. Dort konnten sie als Mannschaft den dritten Platz belegen.

Sie selbst laden in diesem Jahr am 15. und 16. Juni 2019 zum 24-Stunden-Schwimmen nach Spremberg in den Kochsagrund ein. Am 2. Juni findet der Volkstriathlon statt, am 22. Juni beginnt das Jugendtrainingslager. Gern reihen sich die Wasserwachtler auch zum Spremberger Heimatfest beim Umzug ein.

Um die Versorgung der fleißigen Helfer am Samstag beim vierstündigen Frühjahrsputz im Freibad sorgten sich Peter Reininger und Heike Handrick. Dort kam neben Erbsensuppe auch Chili con carne sowie Teufelstopf auf den Tisch.

Doch auch die Wasserballer sind jedes Jahr sehr aktiv und immer die Ersten, die mit Harke und Mäher auf dem Badgelände unterwegs sind. Zu drei Einsätzen kommen sie im Jahr zusammen. So gehörten auch am Samstag zehn Leute zum Reinigungskommando. Der heute 75-jährige Jochen Hoffmann gehört bei den Wasserballern zu den Urgesteinen. Seit 62 Jahren ist er aktiv.

Die Wasserballer gründeten sich 1957 und zählen heute 25 Mitstreiter. Seit sechs Jahren ist Jochen Hoffmann Leiter der Abteilung Wasserball, die dem Verein SC Spremberg 1896 angehört. Die Wasserballer spielen in der Bezirksliga Dresden und in Kombination mit der Spielgemeinschaft Spremberg-Löbtau.

„Doch der Nachwuchs fehlt bei uns. Wasserball ist ein sehr anstrengender und harter Sport. Zur Zeit sind wir amtierender Landesmeister der Senioren des Landes Brandenburgs, aber das kann sich ja schnell ändern“, erzählt Jochen Hoffmann. Für die Wasserballer ist immer zwischen Mai und September Sportsaison.

Im August diesen Jahres laden sie zur Seniorenmeisterschaft nach Spremberg ein. In der kalten Jahreszeit führen sie zahlreiche Turniere auch in der Schwimmhalle durch.

Die Freibad-Saison im Kochsagrund wird am 25. und 26. Mai 2019 eröffnet. Im Jahr 1953 wurde das Freibad erbaut. Nach mehreren Rekonstruktionen wurde es 1992 wieder eröffnet.