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| 20:38 Uhr

Jugendliche wünschen sich Mehrgenerationen-Spielplatz
Freilichtbühne Spremberg soll aufgewertet werden

 „Schmetterlinge fangen“ nennen es die Mitarbeiter des Spremberger Betriebshofes, wenn sie nach Veranstaltungen auf der Freilichtbühne winzige Schnipsel und Konfetti aus den Sitzreihen und aus dem Rasen saugen müssen. Auch die Stellplätze am Festplatz richten sie vor Konzerten ein.
„Schmetterlinge fangen“ nennen es die Mitarbeiter des Spremberger Betriebshofes, wenn sie nach Veranstaltungen auf der Freilichtbühne winzige Schnipsel und Konfetti aus den Sitzreihen und aus dem Rasen saugen müssen. Auch die Stellplätze am Festplatz richten sie vor Konzerten ein. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Das Gelände an der Freilichtbühne schreit nach Aufwertung. Ein Landschaftsarchitekt und der Jugendbeirat machen sich Gedanken. Neu zu ordnen sind auch die Wege zur Bühne. Von Annett Igel-Allzeit

Die Mühle mit Rutsche, Kletterwand und Schaukel, ein Trampolin, der Sandkasten in Form einer Schatztruhe – all das hatte der Jugendbeirat auf dem karierten Blatt eines Schulschreibblocks skizziert. Die Jugendlichen wünschen sich einen Mehrgenerationen-Spielplatz zum Thema „Sagen der Lausitz“. Grundlage könnte eine Landkarte mit den wichtigen Städten und der Spree als Barfußweg sein. Dafür haben sie Beifall im jüngsten Bauausschuss bekommen.

Hannes Hamann, Landschaftsarchitekt aus Berlin, ließ die jungen Ideen einfließen und stellte am Montag eine Mehrgenerationen-Promenade vor. Sie soll auf dem Kamm der Uferböschung von der Georgenstraße bis zur Freilichtbühne verlaufen. Dabei bleibt der Festplatz nahezu erhalten – nur der Rand gewinnt an Attraktivität. Die Promenade bekomme zwei Ebenen. Vom Spazier- und Radweg am Ufer der Kleinen Spree geht es über drei barrierefreie Wege hinauf zur Mehrgenerationen-Anlage mit Sport- und Spielgeräten. Daran haben die Mitglieder des Bauausschusses nichts zu meckern.

Für Diskussion sorgte dagegen die Tatsache, dass der Festplatz auch künftig der infrastrukturellen und verkehrstechnischen Erschließung der Freilichtbühne dient: für Besucher, die mit Auto kommen, für 40-Tonner, die Technik bringen, für Busse, mit denen Orchester und Bands anreisen. Im Sinne der Anwohner der Wiesengasse muss über Lkw-Stellplätze nachgedacht werden. Acht Lastkraftwagen sollen es beim Konzert mit Max Giesinger gewesen sein. Zugleich darf der extra ausgewiesene Platz für die Rettungskräfte nicht zugestellt werden.

Aktuell hat die Freilichtbühne zwei Zufahrten: Eine führt über den Parkplatz an der Georgenstraße zur Bühne, die zweite über den Schlossbezirk unter der Brücke der Bahnhofsstraße hindurch. Dass sie in ihrem Bogen noch keine Kratzer hat, ist ein Wunder. Es wurde beobachtet, dass Lkw zurückstoßen müssen. Die Brücke steht unter Denkmalschutz, ein Schild mit der Höhenbegrenzung am Bogen fehlt. Auch Schilder, die auf die Zufahrten zur Bühne hinweisen, werden vermisst. Ein Beispiel könne sich die Verwaltung an der Ausschilderung der Hutbergbühne in Kamenz nehmen, so Steffen Troska, sachkundiger Bürger.

Peter Reininger (CDU) beantragte, dass es bei zwei befestigten Zufahrten bleibt. Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, dass Hannes Hamann das bei der Überplanung beachtet. Die Fraktion Die nächste Generation/Brandschutz/UWG wunderte sich, dass der Kulturausschuss zur Planung nicht gefragt wird. Es soll nun noch eine gemeinsame Sitzung von Kultur- und Bauausschuss geben. Diese Sondersitzung muss bald stattfinden: Um fürs Vorhaben einschließlich Modernisierung der Freilichtbühne 75 Prozent Fördermittel zu bekommen, will die Verwaltung die Maßnahme im November erneut bei der Lokalen Aktionsgruppe Spree-Neiße-Land einreichen. Bei der Stadt verbliebe demnach ein Eigenanteil von 250 000 Euro.

 In diesem schlechten Zustand sind einige Bänke auf der Freilichtbühne. Einzelne Lärchenbretter wurden bereits ersetzt. Ob komplett neue Holzauflagen und Lehnen nötig sind, wurde im Bauausschuss diskutiert.
In diesem schlechten Zustand sind einige Bänke auf der Freilichtbühne. Einzelne Lärchenbretter wurden bereits ersetzt. Ob komplett neue Holzauflagen und Lehnen nötig sind, wurde im Bauausschuss diskutiert. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit