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Freiheitsstrafen für schweren Raub

Weißwasser/Spremberg.. Vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Weißwasser mussten sich zwei Angeklagte wegen schweren Raubes verantworten. Den Vorsitz hatte Direktor Martin Hinrichs. Oberstaatsanwältin Kerstin Nowotny beschuldigte einen 21-jährigen Soldaten und eine 17-Jährige, am 5. (gh)

Januar des vergangenen Jahres die Straftaten begangen zu haben. Sie seien abends von Weißwasser nach Spremberg gefahren, hätten dort eine Kneipe aufgesucht und dort einen jungen Mann getroffen. Dieser habe sie im Anschluss an den Disco-Besuch in seine Wohnung eingeladen, um dort mit ihnen Bier und Wein zu trinken.
In der Wohnung angekommen, sei der Gastgeber mit einem Elektroschocker und einem Messer bedroht worden, hieß es weiter. Ein weiterer Angeklagter, dessen Fall unabhängig vor Gericht verhandelt wird, soll während dessen auf den Gastgeber eingeredet haben. Der 21-Jährige Angeklagte habe die Situation genutzt, um Video- und Radiorecorder, eine Playstation samt zugehöriger Spiele und Zigaretten in einen Rucksack einzupacken. Insgesamt habe der Angeklagte Gegenstände im Wert von 2000 Euro entwendet. Zudem soll er 60 Euro Bargeld und eine ec-Karte gestohlen haben.
Die drei Angeklagten hätten die Tat gemeinsam geplant und ausgeführt, hieß es im Gerichtssaal. Nach der Tat hätten sie sogar ihre Fingerabdrücke entfernt.
Der Geschädigte war in seiner Wohnung offenbar verbal attackiert und dadurch eingeschüchtert worden. Die 17-jährige Angeklagte hätte das Geschehen zwar beobachtet, jedoch nicht eingegriffen. Um ihre Spuren zu verwischen, sollen sich die Angeklagten während ihrer Tat mit verschiedenen Namen angesprochen haben. Zudem hätten sie vorgetäuscht, im Auftrag zu handeln.
Die Tat habe insgesamt etwa drei Stunden gedauert. Erst dann hätten die Täter den Geschädigten in seiner Wohnung eingeschlossen und seien mit einem Taxi nach Weißwasser zurückgefahren.
Der 21-jährige Angeklagte habe nach der Tat zwar die gestohlene ec-Karte in einen Geldautomaten eingeführt, jedoch kein Geld vom Konto des Geschädigten abgeholt. Dies erklärte er seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Lutz Gaebel. Später habe er die Karte zerbrochen, so der Angeklagte.
Die Oberstaatsanwältin hielt der 17-jährigen Angeklagten vor, dass sie offenbar „nur das“ wisse, was ihr aus den Akten vorgehalten werde. Zudem würde sie sich nicht geständig zeigen. Für die Angeklagte war Rechtsanwältin Gudrun Kolbe als Verteidigerin tätig.
Das Jugendschöffengericht verurteilte die beiden Angeklagten wegen schweren Raubes zu Freiheitsstrafen, die in etwa den Anträgen der Ober staatsanwältin entsprachen. Der 21-Jährige erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung mit einer Bewährungszeit von drei Jahren ausgesetzt wurde. Er muss an den Geschädigten 600 Euro Schadenersatz zahlen. Die Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten zur Bewährung verurteilt. Sie hat an den Geschädigten 150 Euro zu zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.