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| 18:44 Uhr

Frauentagsfeier Spremberg
Frauenpower mit Statistik und Musik in Spremberg

 Der Frauentag wird in Spremberg mit einer großen Party gefeiert: Doris Tluste-Andreas beginnt mit Volksliedern, bevor sie aufdreht.
Der Frauentag wird in Spremberg mit einer großen Party gefeiert: Doris Tluste-Andreas beginnt mit Volksliedern, bevor sie aufdreht. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Etwa 140 Frauen haben im „Bergschlösschen“ ihren Ehrentag gefeiert. Mitwirken in der Politik gewünscht. Von Annett Igel-Allzeit

Stress herrscht zur großen Frauentagsveranstaltung in Spremberg höchstens hinter den Kulissen: Haben alle Gäste ein Kuchengedeck bekommen? Kann noch eine große Kanne Kaffee aufgebrüht werden? Welche Getränke werden sonst gewünscht? Rund 140 Frauen und zwei Männer hatten an den langen Tafeln im Mehrgenerationenzentrum „Bergschlösschen“ Platz genommen. Auch Bürgermeisterin Chirstine Herntier (parteilos) schaffte es vor ihrer Diskussionsrunde beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Cottbus zu 100 Jahren Frauenwahlrecht noch zur Spremberger Veranstaltung. Sie konnte diesmal auch eine Gruppe der Proschimer Landfrauen um Marianne Kapelle und Helga Tetsch begrüßen. „Ihr Proschimer seid jetzt besonders wichtig im Kompromiss mit der Kohle – egal zu welchem Lager ihr gehört“, so Christine Herntier.

Als Bürgermeisterin ermutigt sie Frauen, in die Politik zu gehen. Erst am Vortag habe sie wieder einen Termin im Wirtschaftsministerium gehabt: „14 Männer – und ich“. Dass im Rathaus nicht nur die Bürgermeisterin eine Frau ist, sondern auch weitere Führungspositionen von Frauen besetzt sind, hatte Christina Bieder, Sprembergs Gleichstellungsbeauftragte, statistisch aufgearbeitet. Nur einer der vier Fachbereiche werde zwar von einer Frau geleitet. Aber neben zwei Stabsstellenleiterinnen gibt es acht Sachgebietsleiterinnen neben drei Sachsgebietsleitern.

Ein Beispiel, dass auch Ehrenämter von vielen Frauen erledigt werden, ist Trixie Kaiser-Klopfleisch. Sie erzählte während der Frauentagsveranstaltung vom Projekt Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Brandenburg. Todkranken Menschen hilft das Team, sich noch einen letzten Wunsch, eine letzte Reise an einen lieben Ort zu erfüllen. „Wir sind 60 Ehrenamtliche in Brandenburg. Acht Fahrten haben wir in diesem Jahr bereits realisieren können. Jüngster Gast war ein 17-Jähriger. Fünf weitere Fahrten sind bereits fest geplant“, sagt Trixie Kaiser-Klopfleisch. Weil eine Fahrt durchschnittlich 2500 Euro koste und bislang keine Krankenkasse das Projekt unterstütze, ließ sie eine Spendenbüchse durch den Saal wandern. Als Dank gab es die kleinen Häkelmäuse, die längst auch in Spremberg in Regie der Freiwilligenagentur fleißig gehäkelt und mit einer halben Nussschale gefüllt werden.

Schließlich übernahm Doris Tluste-Andreas den Spremberger „Bergschlösschen“-Saal. Und der Entertainerin gelang es schnell, die Frauen an ihrem Ehrentag zum ausgelassenen Mitsingen zu bewegen.