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| 17:40 Uhr

Austausch über Krankheit erwünscht
Frauen aus Spremberg gründen Gruppe für Familien mit Diabetes

Anja Kießlich (links) und Stephanie Windecker haben eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Kindern gegründet, die an Typ-Eins-Diabetes erkrankt sind.
Anja Kießlich (links) und Stephanie Windecker haben eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Kindern gegründet, die an Typ-Eins-Diabetes erkrankt sind. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Ein neues Projekt zur Selbsthilfe soll Eltern und weitere Angehörige von Kindern mit der Typ-Eins-Erkrankung aus der Lausitz zusammenführen.

Die Diagnose krempelt das ganze Leben um. Wenn die Bauchspeicheldrüse aufhört, Insulin zu produzieren, beginnt für die Betroffenen eine Zeit der ständigen Selbstdisziplin. Zwei Frauen aus Spremberg haben nun eine Selbsthilfegruppe gegründet. Sie richtet sich an Angehörige von Kindern und Jugendlichen, die an Typ-Eins-Diabetes erkrankt sind.

Anja Kießlich leitet eine Werbeagentur in Spremberg. Stephanie Windecker betreibt ein Geschäft für Dekorationen in der Friedrichstraße. Beide Frauen haben Kinder, die mit Diabetes leben. Die Idee mit der Selbsthilfegruppe kam ihnen aus einem einfachen Grund in den Sinn. „So etwas gab es bei uns in der Region noch nicht“, sagt Anja Kießlich. „Weder in Spremberg noch in Cottbus bestand die Chance, sich über diese Krankheit mit anderen Leuten auszutauschen.“

Anja Kießlich lebt selbst seit 26 Jahren mit der Diagnose. Ihr dreijähriger Sohn ist ebenfalls betroffen. Sie berichtet von einer „Dauerbelastung, die nie wieder verschwindet“. Morgens nach dem Aufstehen erfolgt die erste Kontrolle des Blutzuckers mit einem Testgerät, dann die Insulinspritze. Jede Mahlzeit muss auf ihren Gehalt an Kohlenhydraten überprüft werden. Tagsüber gehen die Blutzuckertests weiter. Wenn der Wert zu hoch steigt, bilden sich Giftstoffe im Körper. Wird er zu niedrig, kann der Mensch bewusstlos werden.

Viele Faktoren beeinflussen also das Leben mit Typ-Eins-Diabetes. 10 000 bis 15 000 Deutsche bis zu 14 Jahren leiden an der Krankheit. Das teilt der Diabetes-Informationsdienst in München mit. Weltweit steige die Zahl in dieser Altersgruppe dramatisch. Umweltfaktoren und Einflüsse auf das Immunssystem seien mögliche Ursachen.

Wer am neuen Projekt zur Selbsthilfe teilnehmen will, kann sich per E-Mail anmelden. Die Adresse lautet melliKids@web.de. Kontakt per Telefon ist ebenfalls möglich, unter der Nummer 0174 1667853. Die Mitglieder treffen sich an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 16 Uhr bis 18 Uhr in der Gartenstraße 9 in Spremberg. Dort sitzt die Stelle für Selbsthilfe des Albert-Schweitzer-Familienwerks.