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| 02:51 Uhr

Frau Oberlehrerin wird 90

Hiltraud Piltz bei ihrem Hobby in ihrem Wohnzimmer im Artur-Becker-Ring. Auch Bilder aus ihrer Heimatstadt Oppeln in Schlesien hängen an der Wand.
Hiltraud Piltz bei ihrem Hobby in ihrem Wohnzimmer im Artur-Becker-Ring. Auch Bilder aus ihrer Heimatstadt Oppeln in Schlesien hängen an der Wand. FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. "Es ist schon komisch: Aber fast alle Menschen haben ein Leben lang viele Namen ehemaliger Lehrer im Gedächtnis." Hiltraud Piltz muss es wissen. dbo1

Sie war Lehrerin, war lange Zeit auch stellvertretende Rektorin in der Trattendorfer Schule. Heute feiert sie ihren 90. Geburtstag in der Tagespflege für Senioren der Volkssolidarität in der Georgen straße. Sie besucht die Einrichtung sehr gerne und will dort heute ab 10 Uhr auch ihre Geburtstagsgratulanten empfangen.

Geboren im oberschlesischen Oppeln, kam die Familie 1932 nach Spremberg. Ihr Vater Kurt Franke arbeitete für die Elektrowerke Berlin AG als Leitungs ingenieur für Hochspannungsleitungen. Hiltraud Piltz wurde 1933 in die Mädchenschule (heute BOS) eingeschult, besuchte später die Handelsschule in Cottbus, fühlte sich aber angesprochen, als nach dem Krieg "Neulehrer" gesucht wurden. 1946 wurde sie Lehramtsanwärterin in Groß Buckow, zwei Jahre später unterrichtete sie in Trattendorf; zunächst in einer Baracke - die Schule war zerstört. Schon 1946 hatte sie Gerhard Piltz geheiratet, dessen Vater Alfred Rektor in Welzow und danach an der Trattendorfer Schule war.

Als 1963 die Adolph-Diesterweg-Schule in Trattendorf eröffnet wurde, übernahm Hiltraud Piltz die Funktion der stellvertretenden Rektorin. Nach Fertigstellung der Artur Becker Schule hatte sie dieses Amt auch dort inne. Noch heute erinnert sich Hiltraud Piltz an diese Zeit. ,,Wir waren etwa 35 Lehrkräfte und haben damals bis zu 1300 Kinder unterrichtet. Eine Zeit lang gab es sogar am Nachmittag Unterricht." Mitte der 60er-Jahre wurde Hiltraud Piltz als Oberlehrer ausgezeichnet.1987, nach über 42 Jahren Lehretätigkeit, wurde Hiltraud Piltz aus dem Schuldienst entlassen, ging wieder viel auf Reisen und nutzte die gewonnene Zeit für ihr Hobby; nähen, stricken und häkeln waren schon immer eine Leidenschaft. Noch heute verbringt sie einen Teil ihrer Zeit mit Handarbeiten. "So, wie die Finger es hergeben", sagt Hiltraud Pilz.