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| 12:58 Uhr

Kunstausstellung
Franka Just spielt mit Farben an der Linie

Die Malerin und Grafikerin Franka Just hat viel über Rot zu erzählen.
Die Malerin und Grafikerin Franka Just hat viel über Rot zu erzählen. FOTO: LR
Spremberg. Henry Lehmann will mehr Künstler aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis nach Spremberg holen. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) Weich hängt der Nebel überm Strand. Weich wie im Traum und mutterrmilchig warm. Nur die See ist schon wach, bereit, den Morgen zu spiegeln. Franka Just, die Malerin, verteidigt den brüchigen Bilderrahmen. Sie kann wunderbar leise malen. Die Trauben naschenden Besucher ihrer Vernissage am Donnerstag in der Spremberger Agentur der Deutschen Bank diskutieren das laute Rot und die gelbe Explosion in blauen Untiefen. Es macht Spaß. in titellosen Bildern zu sehen, was man will. Mit dem Rot sei sie vorerst fertig, sagt Franka Just. „Erzählt mir von Rot“, heißt ihre Schau in Spremberg. Fünfte Zeile eines Gedichts des österreichischen Lyrikers Thomas Mühlfellner, der ihr freundlich genehmigt hat, die Worte zu nutzen. Das Gedicht bis zum Blau hängt zwischen zwei kleinen Rakel-Resten, die ganz nebenbei beim Malen der großen Bilder entstehen.

Sie wurde 1968 in Berlin geboren, startete beruflich als Kostümbildassistentin beim Fernsehen der DDR, studierte von 1989 bis 1992 in Zwickau an der Westsächsischen Hochschule und schloss als Designerin ab. Sie studierte weiter an der Universität der Künste in Berlin, konnte sich mit einem Stipendium der Academy of the Arts vom norwegischen Oslo berühren lassen, sicherte sich in Berlin ihr Diplom im industriellen Design. tauchte ab ins farbenfrohe Design der Vivienne Westwood in London und arbeitet seit 20 Jahren als Grafikidesignerin.

Zu Hause ist sie in Senftenberg, sie gehört zum Verein Pro Ars Lausitz und zur Künstlergemeinschaft Kreis 07. Zur Vernissage in Spremberg hat Franka Just mehrere Phasen ihres Schaffens und Suchens mitgebracht. Sie arbeitet mit Acrylfarben, Tusche, Kohle, Aquarellfarben, Wasser, Pinsel, Feder, Spachtel auf Leinen, Bütten, Seidenpapier, Pappen. In einem ungeduldigen Moment hat sie Keilitzfarbe, Retuschefarbe aus ihren Fernsehzeiten, wiederentdeckt. Auch Radierungen, die Anfang der 90er-Jahre entstanden sind, zeigt sie. Gelb verdrückt sich eine Figur ins Blaue, gelb räkelt sich der zweite Akt aus dem Blauen heraus. Zwei Wände weiter sind neuere Arbeiten mit Worten und hellbuntem Knäuel, denn Franka Just spielt auch mit Linien, verwickelt sie ineinander.

Henry Lehmann, Agenturleiter der Deutschen Bank, hatte zum zweiten Mal zur Vernissage eingeladen. „Ich bin noch kein Kunstkenner“, sagt er.  „Aber ich lerne gern dazu.“ Er will weiteren Pro-Ars-Lausitz- und Kreis-07-Künstlern die Wände seiner Agentur anbieten. Franka Justs Arbeiten sind mindestens bis zum Jahreswechsel in Spremberg zu sehen.