Parkplätze sind rund ums Spremberger Krankenhaus rar gesät. Gerade dort sind kurze Wege aber oft unbedingt notwendig. Über diesen Missstand berät heute abermals die Stadtverordnetenversammlung. Im Ausschuss für Bauen, Ordnung und Sicherheit wurde das Konzept für ein neues Wege- und Leitsystem in der Lustgarten-/Fröbelstraße präsentiert, welches nun in die Beschluss-Runde geht.

Entwickelt hat das Konzept für die Stadt die Cottbuser Planungsgesellschaft Degat. Mit diesem sogenannten taktilen Leitsystem soll im ersten Schritt für eine barrierefreie Erschließung des Gesundheitszentrums gesorgt, aber auch neue Parkflächen sollen geschaffen werden. Für das neue System sollen nicht nur Sichtachsen geschaffen und Wege erneuert, sondern ebenfalls spezielle Bodenplatten für Blinde und Sehbehinderte verlegt werden.

Für Zuspruch sorgen diese Aufmerksamkeitsfelder und Auffindestreifen bereits im Bereich des 2018 fertiggestellten Verkehrskreisels am Spremberger Busbahnhof. Wie man dort gut erkennen kann, beinhaltet das umgesetzte System ebenfalls das Absenken von gut markierten Seitenstreifen. Mit dieser „Nullabsenkung“, auf eine Bordsteinhöhe von einem Zentimeter,  wird auch Menschen mit Geh- und Sehbehinderung das mühelose Queren von Straßen ermöglicht. „Es soll ein Zwei-Sinne-Prinzip verwirklicht werden, dass mithilfe von Fühlen und Sehen das Passieren dieses Bereiches erleichtern soll“, so Degat-Geschäftsführer Thomas Kung. Die einheitliche Wegführung vom Bereich des Kreisels soll bis hin zum Gesundheitszentrum fortgeführt werden, fügt der Fachmann hinzu.

Mit der Maßnahme in der Lustgartenstraße werde unmittelbar hinter der Einmündung Heinrichstraße begonnen. Der Ausbau der Fahrbahnen erfolgt in Asphaltbauweise und beinhaltet zudem den durchgehenden und beidseitigen Bau von Gehwegen. Die Straßenleuchten werden auf energiesparende LED-Technik umgerüstet. Auf der Länge von knapp 500 Metern bis zur Karl-Marx-Straße wird die Regenentwässerung auf den neusten Stand gebracht.

Der zweite Bauabschnitt soll die Parksituation hinter dem Krankenhaus entschärfen. Dafür seien 27 neue Parkmöglichkeiten geplant. Laut Planer-Büro entstehen sie im Bereich des vorhandenen Regensickerbeckens. Möglich macht dies ein im Muldenbereich verbautes Sickersystem, welches unterirdisch weiterhin als Wasserspeicher dient, oberirdisch aber bebaut werden kann.

Während der Bauausschusssitzung monierte allerdings nicht nur der Vorsitzende Peter Reininger (CDU) die geringe Anzahl von entstehenden Parkplätzen. „Das sind noch immer viel zu wenige Parkmöglichkeiten in diesem Bereich.“ Ein Parkhaus sei eine bessere Alternative, fügt er hinzu. Diesen Vorschlag kommentiert Kung: „In erster Linie soll es hierbei doch um ein barrierefreies Leitsystem für die Fußgänger gehen, und darüber hinaus werden doch immerhin 27 neue Stellflächen geschaffen.“  

Kathrin Möbius, Geschäftsführerin der Spremberger Krankenhausgesellschaft, freut sich auf die neuen Wege. „So verschwinden die vielen Löcher. Selbst Mitarbeiter sind da schon gestürzt“, weiß sie. Von Seiten der Stadt wurde ihr zugesichert, dass alle bestehenden Parkplätze erhalten bleiben und dass im zweiten Bauabschnitt über dem Regensickerbecken weitere Parkplätze dazu kommen. Von den Lieferzufahrten, die im Konzept in der Lustgartenstraße eingezeichnet sind, könne keine für weitere Stellplätze gestrichen werden. „Wir brauchen die Zufahrten – für die Anlieferung der Wäsche, für die Küche, für den Sauerstofftank, der regelmäßig kommt“, zählt sie auf.

Aufgrund des grundhaften Ausbaus speziell im Seitenbereich lassen sich Baumfällungen im Zuge des Projekts allerdings nicht umgehen, wie es aus dem Planungsbüro heißt. Aus der Beschlussvorlage und dem dazu gehörenden Lageplan lässt sich allerdings entnehmen, dass im Rahmen der Arbeiten 15 Ersatzpflanzungen fest geplant sind.  

Eine knappe Million Euro soll das neue Wege- und Leitsystem kosten.  Zur Umsetzung des Vorhabens stehen Mittel aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau (STUBAUF) zur Verfügung.