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Filmschule Lausitziale ist aus der Taufe gehoben

Kameramann Andreas Köfer vermittelt seit dieser Woche in Spremberg Grundwissen über das Filmemachen.
Kameramann Andreas Köfer vermittelt seit dieser Woche in Spremberg Grundwissen über das Filmemachen. FOTO: Würz
Spremberg. Die "Filmschule Lausitziale" ist aus der Taufe gehoben. Am Montag startete im Spremberger Bergschlösschen die erste Seminarreihe für Hobbyfilmer und Film enthusiasten. Kameramann Andreas Köfer vermittelt darin das Grundwissen des Filmemachens. Catrin Würz

Was ist eine Super-Totale? Und was eine amerikanische Bildeinstellung? Welches Licht wirft welche Schatten? Und wo sollte die Kamera stehen, wenn das Bild etwas Bestimmtes erzählen will?

Viele Fragen haben die sieben Teilnehmer des Workshops, der am Montag im Spremberger Bergschlösschen gestartet ist. Damit wurde nun die neue "Filmschule Lausitziale" begründet. Die Idee dafür hat der Verein "Lausitziale" gehabt, der in Spremberg schon zweimal das gleichnamige regionale Filmfestival veranstaltet hat. "Und wir sind glücklich, mit Andreas Köfer auch einen Partner gefunden zu haben, der mit uns an diesem Strang ziehen will", sagt Vereinsvorsitzender Holger Fahrland.

Andreas Köfer ist ein renommierter Kameramann, der vor einigen Jahren von Berlin in die Lausitz gezogen ist und sich hier in der Region einbringen will. Seit mehr als 40 Jahren stand er für ganz unterschiedliche Film- und Fernsehproduktionen mit am Set und kann auf einen reichen Schatz an Erfahrungen, Tricks und Kniffen beim Filmdrehen zurückblicken. Er unterrichtete an der Filmhochschule in Babelsberg und an der Film- und Fernsehakademie Berlin - und wird sein Wissen jetzt in Spremberg weitergeben. "Schon seit ein paar Jahren schwebte mir die Idee vor, eine Lausitzer Film arche für die Medienarbeit mit jungen Leuten zu gründen. Ich freue mich, dass wir das jetzt mit dem Lausitziale-Verein verwirklichen können", sagte Andreas Köfer am Montagabend.

Eine Seminarreihe mit vorerst zehn Veranstaltungen ist bis Anfang September geplant. Die Workshops finden jeweils aller zwei Wochen montags ab 17 Uhr im Bergschlösschen statt. "Im Lehrplan stehen alle Dinge, die wichtig sind, um am Ende einen eigenen Kurzfilm drehen zu können", ergänzt der Kameramann. So widmen sich die Seminare jeweils separat der Kamera und ihren Objektiven, dem Licht und der Ausleuchtung, der Drehbucharbeit und den Abläufen am Drehort, erzählt Köfer. Am Ende soll bei den Teilnehmern die Umsetzung einer konkreten Filmidee stehen.

Darauf freut sich auch schon Holger Fahrland am meisten. Der "Lausitziale"-Macher hofft, dass dabei kleine Streifen über die Region entstehen, die während der dritten Auflage des Heimatfilmfestes in Spremberg im Herbst gezeigt werden können.

Für die Filmschule angemeldet hat sich auch Julia Voelker. Die 16-jährige Schülerin des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums will einfach testen, ob das Medium Film etwas für ihre berufliche Zukunft wäre. "Ich will mich einfach ausprobieren", sagte sie am Montag. Die erste Aufgabe zum Thema "Filmisches Erzählen" hatte die Schülerin schon ganz gut gemeistert. Sie hielt einen morgendlichen Spaziergang mit ihrem kleinen Hund in einer Fotoserie fest. "Eine nette Idee und schon ganz gut umgesetzt", lobte Andreas Köfer. An der Perspektive, der Bildgestaltung und Vielseitigkeit der Bilder will der renommierte Kameramann nun mit Julia und den anderen Teilnehmern seines Spremberger Kurses in den nächsten Wochen noch feilen. "Jetzt ist erstmal alles ins Rollen gekommen. Ich bin schon sehr gespannt, was am Ende daraus wird", sagte er.