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| 14:24 Uhr

Kino für einen Abend
Filmpremiere steigt im Speicher

Holger Fahrland, Roland Zaroban und Andreas Köfer (von links) bereiten sich auf die Filmschau am Freitag vor.
Holger Fahrland, Roland Zaroban und Andreas Köfer (von links) bereiten sich auf die Filmschau am Freitag vor. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Veranstalter hoffen auf einen Ort der Kultur im alten Spremberger Bauwerk.

Drei Stockwerke hinauf führt die Treppe, um einen Lastenaufzug herum, den ein Gitter umschließt. Hinter einer schweren Tür verbirgt sich der Saal samt einer kleinen Theke und Barhockern. Drei Männer mustern den Raum. Andreas Köfer und Holger Fahrland organisieren die Kurzfilmschau, die am Freitag an diesem Ort stattfinden soll. Roland Zaroban ist der Eigentümer des Gebäudes.

Es liegt an der Berliner Straße, die in das Stadtzentrum führt. Der Spremberger Speicher, erbaut im Jahr 1922 als Firmensitz der Tuchfabrik Schnabel, überragt die Häuser ringsum. Später diente er der Getreideindustrie als Lager. Daher rührt der Name, den er bis heute trägt.

Carmen Maja Antoni und Alice Köfer aus dem Film „So nah, so fern“, von Alexandra Gafke.
Carmen Maja Antoni und Alice Köfer aus dem Film „So nah, so fern“, von Alexandra Gafke. FOTO: Andreas Köfer / Spremberger Filmschule

Holger Fahrland vom Lausitziale-Verein sagt: „Der Vermieter hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass uns dieser Ort interessieren dürfte.“ Deshalb richten die Veranstalter das Kurzfilmfest am  Freitag im Spremberger Speicher aus. Noch sprechen sie von einem Experiment. Das könnte sich im Falle eines Erfolgs jedoch bald ändern. Der Speicher als Heimstatt der Stadtkultur, mit dieser Idee tragen sich die Organisatoren.

Neben dem großen Saal befindet sich bereits ein Atelier. Dort arbeiten zwei Geschwister, Karolin und Sebastian Reiß. Bildhauerei, Fotografien, Zeichnungen – das ist ein Ausschnitt ihres Werks. Als die drei Männer im großen Saal miteinander diskutieren, gesellt sich Sebastian Reiß von nebenan dazu. Er sagt: „Ich sehe hier die Chance, ein kulturelles Zentrum zu schaffen, das es so in Spremberg noch nicht gab.“

So hofft auch Andreas Köfer, dass am Freitag viele Besucher in den Speicher kommen werden. Er betreute die Schülerinnen bei der Arbeit an ihren Kurzfilmen. „Uns war von Anfang an klar, dass sie die Chance haben sollen, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen“, sagt er. „Immerhin stecken zwei Jahre Arbeit drin, von der Idee bis zur Premiere.“ Allein am Schnitt der Filme saßen die Beteiligten monatelang, wie er berichtet. „Für mich ist das jetzt schon ein Riesenerfolg, über den ich sehr glücklich bin“, erläutert Andreas Köfer. „Wir sehen uns heutzutage so oft mit destruktiver Energie konfrontiert, und gerade deshalb macht es mir Hoffnung, dass sich junge Leute mit dem schwierigen Metier der Filmkunst auseinandersetzen.“

Fünf Kurzfilme stehen am Freitag, 1. Juni, um 18 Uhr auf dem Programm im Spremberger Speicher: „Blind date“ unter der Regie von Lara Kantor, „Steh zu dir“ von Julia Völker, „Tischgespräch“ von Lara Antonia Tietz, „Nacht“ von Hanna Schulz und „So nah, so fern“ von Alexandra Gafke. Der Eintritt ist kostenlos.