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| 02:45 Uhr

Filigrane Muster auf Eierschalen

Für kunstvoll verzierte Eier ist der Spremberger Ostereiermarkt berühmt.
Für kunstvoll verzierte Eier ist der Spremberger Ostereiermarkt berühmt. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Spremberg. Eine große Palette dessen, was Ostereiergestaltung hervorbringen kann, ist am Karfreitag im Niederlausitzer Heidemuseum in Spremberg zu sehen gewesen. Eier-Künstler aus der Region zeigten eindrucksvoll ihre Arbeiten. Anja Guhlan / ang1

Der Ostereiermarkt in Spremberg jährt sich zum 25. Mal. Schon am Vormittag herrscht reger Andrang im Saal des Niederlausitzer Heidemuseums. Eckbert Kwast, Leiter des Museums, hat dieses Jahr zehn Eiermaler und einige weitere Oster-Händler eingeladen, für die er zum Jubiläum auch ein Glas Sekt bereithält. An den Tischen der Eier-Künstler drängen sich die Besucher, um die Technik des Ostereierverzierens zu erfahren. Die Besucher können gar nicht genug bekommen, ihnen auf die Finger zu schauen, wie sie diese filigranen Muster auf die Eier bringen.

Petra Nakoinz aus Schleife hat sich der Wachs- und Bossiertechnik verschrieben. Mit Gänse- und Taubenfedern werden die Eier verziert. Die Feder wird zum Dreieck oder zum Krähenfuss geschnitten, damit sorbische Muster entstehen. Besucherin Peggy Mahlow interessiert sich sehr für die Federkiele. "Ich verziere selbst seit meiner Jugend Ostereier nach sorbischer Tradition. Doch die Federkiele kriege ich meist nicht so schön geschnitten", meint die 42-Jährige. Zum Ostereiermarkt nach Spremberg kommt sie fast jedes Jahr. "Hier kann man sich auch schöne Muster abschauen", so die Sprembergerin. Auch ihre Freundin Karina Winkler fragt die Eier-Künstlerin aus. "Ich finde das Ostereierverzieren eine schöne Tradition. Die schön gestalteten Ostereier eignen sich sehr gut als Geschenk."

Nebenan präsentiert Familie Gottschlich aus Bad Muskau ihre mit Blüten, Gräser und Stroh verzierten Eier. Eine schöne Idee hatte auch Kurt Pluta aus Weißwasser. Seine Kunstwerke zeigen nicht nur florale oder tierische Muster, sie zeigen auch einheimische Bauten oder tragen religiöse Sprüche wie das Vater Unser auf Deutsch oder Sorbisch auf der Eierschale. Dem sechsjährigen Bela Repey aus Berlin gefallen die Ostereier mit den Vögeln ganz gut. "Wir verzieren Ostereier auch nach sorbischer Art, aber so schön kann ich das noch nicht", meint Bela, der mit seinen Eltern zu Besuch bei den Großeltern ist. Sein vier Jahre älterer Bruder Cedric muss auch passen. Doch früh übt sich wer ein Meister werden will. In der Osterhasenwerkstatt können besonders Kinder und Jugendliche schon mal kräftig üben. Mustervorlagen oder die Hilfe von Museumspädagogen stehen bereit.

Auch Spremberger Künstler wie Irma Röck oder Ines Lückert sind dabei. Hautnah zeigen sie, wie sie die filigranen Muster auf die Eier bringen. Doch es muss nicht immer Wachs sein, das auf das Ei kommt. Annelies Köpke und Georg Penz aus Lauta gestalten ihre Eier mit Acryl und Öl. "Gern gestalten wir regionale Motive wie Krabat oder den Leuchtturm aus dem Lausitzer Seenland. Gern malen wir auf Mythen auf die Eier", erzählt Annelies Köpke.

Natürlich durften beim Jubiläums-Ostereiermarkt in Spremberg auch Alfons Schulze aus Klein Loitz oder Rainer Grosa aus Spreewitz nicht fehlen. Rainer Grosa wendet die Kratztechnik an. "Da wird die Farbe einfach wieder vom Ei gekratzt", erklärt er den Besuchern. Meist verwendet er dafür verschiedene Hartmetalle wie eine angeschliffene Rasierklinge. Pro Ei kratzt er ungefähr bis zu 8000 Kratzer in die Eierschale, schätzt er. Eine ruhige Hand und ein geschärfter Blick und vor allem Geduld seien nötig, um ein einfaches Ei in ein Kunstwerk zu verwandeln. Ein Ei zu gestalten dauert je nach Motiv und Größe ein bis vier Stunden.

Den Platz der verstorbenen Künstlerin Sigrid Bolduan nahm ihre Tochter Kerstin Flohe ein, die österliche Linoleum-Schnitte präsentierte.

Zahlreiche weitere Stände in den Etagen des Museums boten zudem weitere Ostergeschenke wie Gestecke, Seifen oder Hasenfiguren an. Gern machten die Besucher des Ostermarktes auch von der Ausstellungsbesichtigung im Museum Gebrauch. Derzeit gibt es in der Sonderausstellung Blaudruck in traditioneller und moderner Form zu entdecken.