ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:37 Uhr

Ehrenvolle Verdienste
Großer Bahnhof zum Abschied

 Hartmut Bastisch (links mit Mikrofon) bedankte sich bei den Anwesenden für die gute Zusammenarbeit, woraufhin sich die Gäste aus Respekt von den Plätzen erhoben.
Hartmut Bastisch (links mit Mikrofon) bedankte sich bei den Anwesenden für die gute Zusammenarbeit, woraufhin sich die Gäste aus Respekt von den Plätzen erhoben. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Hartmut Bastisch war lange Jahre bei der Feuerwehr, doch nun ist seine Familie am Zug. Von Marcel Laggai

Einzig beim Thema Familie gerät Hartmut Bastisch ins Stocken, muss kurz um Fassung ringen. Doch er findet rasch seine Gelassenheit wieder und richtet abermals aufrichtige Worte des Dankes an die knapp 250 Gäste, die seinetwegen nach Schwarze Pumpe – in das Clubhaus der Leag – gekommen sind. Ein Ort, der mit Bedacht gewählt wurde. Schließlich bezeichnet der 65-Jährige Schwarze Pumpe als seinen „Heimatort und Kernort“ seines Schaffens. Die eigentliche Wirkungsstätte liegt nur knapp 700 Meter entfernt. Bastisch, der seit März 1994 Leiter der Werkfeuerwehr ist, geht nun in den Ruhestand.

„Diese Feier ist der krönende Abschluss einer erlebnisreichen Feuerwehrkarriere“, so Bastisch,der mit 19 Jahren neue Herausforderungen suchte und sich der „stillen Eingreiftruppe“ anschloss. Schon damals an seiner Seite: Renate. Mittlerweile über 40 Jahre verheiratet „schubste“ sie ihn förmlich in sein Glück. „Ich habe ihm geraten zu studieren – und von da an ging es bergauf.“ Bastisch selbst bezeichnet diesen Rat als „Wendepunkt“ in seinem Leben. Es folgten zahlreiche Lehrjahre und noch mehr Einsätze. Zeit, die der heute 65-Jährige aber im Kreise seiner geliebten Familie fehlte.

Viele Feste und Geburtstage habe er nicht mitfeiern können, weil er beruflich unterwegs gewesen sei, erinnert sich Bastisch. „Und für dieses Verständnis bin ich meiner Familie wirklich sehr dankbar.“ Doch seine Renate wusste von Anfang an, worauf sie sich einließ und lernte damit umzugehen. Schließlich sei das Feuerwehrmann-Dasein kein Beruf, sondern es sei eine Berufung, heißt es von den Eheleuten mehrfach. Bastisch, bereits durch Großvater und Vater beruflich „vorbelastet“ sorgte indes schon früh dafür, dem Beruf ein neues Ansehen zu geben. Ob neu entwickelte Löschtechnik, Neubau der Feuerwache oder etwa die Neugründung der betriebseigenen Tauchertruppe, der umtriebige Feuerwehrmann hat dabei vielfach seine maßgeblichen Spuren hinterlassen.

 Hartmut  Bastisch.
Hartmut Bastisch. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Als Zeichen des Respekts bereiteten Amtswehrführer Lars Mudra und zahlreiche Kameraden dem Urgestein einen unvergesslichen letzten Arbeitstag. „An den Kraftwerksstandorten Pumpe, Boxberg und Jänschwalde wurde er für Übungen nochmals voll mit eingebunden“, so Mudra, der für die Überbrückung der Strecken extra einen Helikopter organisiert hatte. Die Planung habe zwar ein halbes Jahr gedauert, sich aber auch voll gelohnt, heißt es vom Amtswehrführer. Die leuchtenden Augen von Bastisch sprechen für sich, als er den Tag vor versammelter Runde nochmals Revue passieren lässt.

Dem Feuerwehrsport bleibt der 65-Jährige allerdings noch bis mindestens 2021 treu. „Sowohl Meisterschaften als auch Feuerwehrolympiaden möchte ich noch mitnehmen, bis ich mich so langsam zurückziehe, um mehr Zeit für meine Familie zu habe“, so Bastisch freudestrahlend.