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Bilanz vor Silvester
Feuerwehr meldet Einsatz-Rekord

Stadtwehrführer Frank Balkow arbeitet am Bericht für das Jahr 2017.
Stadtwehrführer Frank Balkow arbeitet am Bericht für das Jahr 2017. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. In diesem Jahr rückten die freiwilligen Kräfte aus Spremberg besonders oft aus.

Mit Grausen erinnert sich Stadtwehrführer Frank Balkow an die Silvesternacht vor fünf Jahren. „Da brannte der Tannenbaum auf dem Spremberger Marktplatz, und als unsere Einsatzkräfte die Flammen löschen wollten, wurden sie mit Feuerwerkskörpern beschossen.“  Frank Balkow hofft, dass der bevorstehende Jahreswechsel ruhiger verläuft, zumal die Feuerwehrleute in Spremberg in diesem Jahr zu 227 Einsätzen ausgerückt sind. Er spricht von einer Rekordzahl, zumindest für die Zeit seit dem Jahr 1990, als er begann, die interne Statistik zu pflegen.

Für diesen Trend gibt es mehrere Gründe. So rücken die Spremberger Feuerwehrleute inzwischen alle paar Tage zu einer Türnotöffnung aus. Damit zeigt sich ein Nebeneffekt der Tatsache, dass in der Stadt immer mehr Senioren leben, deren Kinder in anderen Regionen Deutschlands nach Arbeit suchen: Nun sind es oft aufmerksame Nachbarn, die den Notruf alarmieren, weil sie sich Sorgen machen, da der Briefkasten überquillt und der Mieter lange Zeit nicht mehr gesehen wurde. Stadtwehrführer Frank Balkow sagt: „Ich finde es interessant, dass wir um die Weihnachtszeit fast nie solche Einsätze verzeichnen, wenn die Familien wieder für ein paar Tage daheim zusammenfinden.“

Sturm und Regen forderten die Feuerwehrleute in diesem Jahr ebenfalls. Allein 60 Einsätze verzeichnet die Statistik für den Oktober, als aufgrund des Unwetters Bäume auf die Straßen in Spremberg und Umgebung stürzten: So fiel eine entwurzelte Platane in der Bergstraße auf drei Autos, die zum Fuhrpark des Albert-Schweitzer-Familienwerks gehörten.

Die neue Drehleiter der Spremberger Feuerwehr, angeschafft zum Preis von 550 000 Euro, bewährte sich erstmals, als im Sommer ein Kochtopf in einer Wohnung in einem Elfgeschosser in Brand geriet. Bei der alten Leiter streikte bereits die Elektronik, was sich nur mit technischen Tricks und Kniffen umgehen ließ. Immerhin gelang es den Rathaus-Mitarbeitern noch, sie mithilfe eines Auktionshauses zu versteigern, wie Frank Balkow berichtet.

Die Erfahrung sagt dem Stadtwehrführer, dass die ehrenamtlichen Helfer der Feuerwehr in der Silvesternacht wohl wieder mit vielen brennenden Mülltonnen im Stadtgebiet rechnen müssen. Die erste Fahrt des Jahres 2017 führte die Kameraden jedoch zu einem Haus in Schwarze Pumpe: Um 0.11 Uhr hatten sie von einem entzündeten Möbelstück auf einem Balkon erfahren und rückten aus.

Während also andere Leute unbeschwert in den Jahreswechsel hineinfeiern, müssen die 270 Feuerwehrleute in Spremberg stets mit einem Einsatz rechnen. So hob Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) im Dezember vor den Stadtverordneten den Wert der freiwilligen Helfer hervor: „Sie sind ein unverzichtbarer Teil des Gemeinwohls in dieser Stadt, indem sie unter Einsatz des eigenen Lebens und der eigenen Gesundheit unentgeltlich und uneigennützig stets zur Stelle sind, wenn das Leben und die Gesundheit von in Not geratenen Menschen in Gefahr ist.“