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| 18:40 Uhr

Flammen breiteten sich blitzschnell aus
Feuer in Terpe wirft Fragen auf

53 Einsätze verzeichnete die Spremberger Feuerwehr seit Jahresbeginn, darunter den vom Mittwoch in Terpe.
53 Einsätze verzeichnete die Spremberger Feuerwehr seit Jahresbeginn, darunter den vom Mittwoch in Terpe. FOTO: Bogott Detlef
Spremberg. Nach dem Brand einer Scheune forschen Ermittler der Polizei zur Ursache.

Eines wunderte den Spremberger Stadtwehrführer Frank Balkow, als er am Mittwoch gegen 9.30 Uhr in Terpe eintraf. „Es brannte an drei verschiedenen Stellen“, sagt er. „Die lagen alle recht weit auseinander.“ Zwei dieser Stellen befanden sich nach seinen Worten direkt am Gebäude, eine weitere an einem Holzstapel. „Das fanden wir schon merkwürdig.“

Nach dem Brand einer Scheune in Terpe gehen die Ermittler der Ursache nach. Manche Einwohner von Terpe glauben an Brandstiftung. Ortsvorsteher Dieter Freißler warnt jedoch vor Spekulationen. „Die Ermittler versuchen ja gerade, die Ursache zu ermitteln“, sagt er. „Ihrem Ergebnis sollten wir nicht vorgreifen.“

Am Silvesterabend war bereits ein Wohnhaus in Terpe in Flammen aufgegangen. Der Ortsvorsteher sieht allerdings keinen Zusammenhang zum jüngsten Brand. „Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun“, erklärt Dieter Freißler. „Anders als bei der Brandserie in Welzow ist hier für uns kein Muster erkennbar.“

Augenzeugen berichten, dass am Mittwoch zunächst schwarzer Rauch vom Grundstück der Scheune aufstieg. Für sie sah es so aus, als würde jemand Laub verbrennen. Dann breiteten sich die Flammen rasant aus. Stadtwehrführer Frank Balkow sagt: „Auf dem Gelände befanden sich Holz, Stroh und historische Technik.“ Deshalb habe es so lange gedauert, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Erst gegen 17 Uhr war der Einsatz beendet.

In Terpe lebt Lothar Hopka. Er arbeitete einst als einziger Sachverständiger für die Ermittlung von Brandursachen im Bezirk Cottbus. Zu den Stationen seines Berufslebens zählten außerdem die Feuerwehren in Hoyerswerda und Cottbus sowie die Werkfeuerwehr von Vattenfall. „Ich habe bei meinen Einsätzen fünf oder sechs Scheunen abbrennen sehen“, sagt Lothar Hopka. „Das geschieht oft innerhalb weniger Minuten, da die tragenden Balken schnell geschwächt sind.“

Als Sachverständiger folgte Lothar Hopka stets einem klaren Prinzip. Nach seiner Ankunft am Brandort befragte er zuerst die Feuerwehrleute, dann die Nachbarn, die Grundstücksbesitzer und weitere Augenzeugen. Dann schaute er sich genauer um. „Besonders wichtig ist immer die genaue Stelle, an der das Feuer ausgebrochen ist“, erläutert er. „Von ihr lässt sich oft auf die Zündquelle schließen.“ Falls sie untypische Merkmale aufweise, komme der Verdacht der Brandstiftung ins Spiel.

Bis zum Donnerstag fanden die Ermittler im aktuellen Fall aus Terpe zu keinem konkreten Ergebnis. Das teilt Polizeisprecher Torsten Wendt mit. Allerdings sei davon auszugehen, dass „Unbekannte offensichtlich ein Scheunentor eines Nebengelasses entzündeten“. Das Feuer habe auf die Scheune übergegriffen. Der Hof stehe seit Jahren leer. Die genaue Schadensursache sei momentan noch unbekannt.

Eine Rekordzahl von 227 Einsätzen vermeldeten die Spremberger Feuerwehrleute bereits im Jahr 2017. Diese Tendenz setzt sich seit Beginn des Jahres 2018 fort. Das berichtet der Fachbereichsleiter im Rathaus, Frank Kulik. „In jeder Hinsicht bleibt die Zahl der Einsätze auf einem hohen Niveau“, sagt er. „Das reicht von Bränden bis zur technischen Hilfeleistung.“

Stadtwehrführer Frank Balkow pflichtet ihm bei. „53 Einsätze habe ich seit dem 1. Januar in unserem System vermerkt, eine ähnliche Häufung wie im Jahr 2017.“