LR Online hat am Mittwoch, 12. Februar 2020, um 20.30 Uhr für rund eine Stunde vermeldet, dass das Kraftwerk Schwarze Pumpe im Jahr 2028 vom Netz geht – also zehn Jahre früher, als im Fahrplan der Bundesregierung für den Kohleausstieg festgeschrieben. Das ist falsch.

Richtig ist, dass das Kraftwerk Schwarze Pumpe wie geplant zum 31. Dezember 2038 abgeschaltet werden soll. Die falsch publizierte Jahreszahl auf LR Online geht auf den Tippfehler eines Reporters zurück. Weiterer gravierender Fehler: Die Zahl ist nicht überprüft worden – sondern in die Schlagzeile übernommen worden. Wir bitten, diese Fehler zu entschuldigen.

Der fehlerhafte Bericht hat entsprechenden Wirbel ausgelöst. Bei der Landesregierung in Brandenburg und auch bei der Leag, dem Betreiber des Kraftwerks, standen die Telefone nicht still. Der Energiekonzern und der Lausitzbeauftragte des Landes Brandenburg, Klaus Freytag, haben den Bericht dementiert.

„Weder die Staatskanzlei in Potsdam noch die Leag haben hier etwas falsch gemacht. Uns ist ein dummer Fehler unterlaufen. Das bedaure ich, das darf natürlich nicht vorkommen“, sagt Oliver Haustein-Teßmer, Chefredakteur der Lausitzer Rundschau. Nach der Veröffentlichung rief der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese (SPD) in der Redaktion an und wies auf den Fehler hin. Daraufhin ist der Beitrag gesperrt worden.

„Wir haben hier etwas Entscheidendes versäumt: Kohleausstieg und Strukturwandel sind für uns mit das wichtigste Thema, da es Tausende Lausitzer betrifft. Jeder Beitrag wird normalerweise auf seine Plausibilität geprüft. Dies haben wir in diesem Fall leider unterlassen und zu eilig veröffentlicht“, sagt Haustein-Teßmer.

Das Thema Kohleausstieg ist hoch sensibel, und LR Online gilt als verlässliche Informationsquelle. „Deswegen gab es auch sofort viele Reaktionen auf Facebook und Twitter, und andere Medien sind auf die Meldung eingegangen“, sagt der LR-Chefredakteur: „Ich habe der Redaktion daher klar gemacht, dass wir so etwas nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen und die Kolleginnen und Kollegen ermahnt, hier wie sonst auch verantwortungsbewusst zu arbeiten.“