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Fallschirme landen an der Bühne

Silvio Teschner bereitet sich auf die Filmnächte vor: Zu den Utensilien zählen Vorabversionen der Filme für die beteiligten Darsteller.
Silvio Teschner bereitet sich auf die Filmnächte vor: Zu den Utensilien zählen Vorabversionen der Filme für die beteiligten Darsteller. FOTO: wr
Spremberg. Aus 1500 Metern Höhe lassen sich die Fallschirmspringer fallen, und zielsicher landen sie hinter der Freilichtbühne: Mit diesem Szenario wollen die Abenteurer der Outdoor European Filmtour an ihrem Veranstaltungsabend die Gäste der Spremberger Filmnächte begrüßen. Ein paar Personalfragen, letzte Abstimmungen mit den Fachleuten aus dem Rathaus: Das steht den Organisatoren der Filmnächte noch bevor, wie Silvio Teschner von der Veranstaltungsagentur berichtet. René Wappler

Das Standkonzept bezeichnet er "immer wieder als eine neue Herausforderung", was an der kegelförmigen Bauweise des Grundstücks liege. "Wir hatten zum Beispiel ein Zelt am Hang aufgebaut, doch seine Stabilität zu sichern, gestaltete sich als überaus aufwändig", sagt Silvio Teschner. "Also stellten wir die Struktur auf ein Pagodensystem um, mit dem wir zugleich eine andere Optik erreichen."

Zur Vorbereitung auf die Filmnächte gehört auch, dass sich einige Mitwirkende die ausgewählten Filme anschauen: So werden spezielle Darsteller, in der Marketingbranche als Walk-Acts bezeichnet, auf der Bühne in die Rolle populärer Kinofiguren schlüpfen, um das Publikum unterhaltsam auf das jeweilige Abendprogramm einzustimmen. Dafür müssen sie schließlich wissen, welche konkrete Rolle ihre Figur im jeweiligen Film übernimmt, welche Aufgabe sie verfolgt und wie sich ihr Charakter verhält.

Zwar sank der Umsatz der deutschen Filmtheater m Jahr 2016 leicht gegenüber dem Vorjahr. Nach Angaben der Filmförderanstalt lag er bei 1,02 Milliarden Euro , während er im Jahr 2015 noch den Rekordwert von 1,167 Milliarden Euro erreicht hatte. Doch Silvio Teschner von der Filmnächte GbR hält die Spremberger Freilichtbühne für einen krisensicheren Veranstaltungsort. "Die Filmnächte gelten stets als ein besonderes Ereignis", erklärt er. "Die Leute teilen ihre persönlichen Erlebnisse gern mit anderen Menschen, und deshalb gehen sie ins Kino oder auf Konzerte." Daran werde sich auf absehbare Zeit nichts ändern - auch wenn die Flachbildschirme und Musikanlagen daheim mit moderner Technik protzen, die vor einem Jahrzehnt noch unerschwinglich gewesen wäre.

Die Mitarbeiter der Veranstaltungsagentur fragten sich bereits, ob sie in ihrem Marketing für die Spremberger Filmnächte eine bestimmte Zielgruppe ansprechen könnten. Bald verwarfen sie diese Idee jedoch wieder: Die Bandbreite des Publikum gestalte sich so vielfältig, dass sich die Besucher kaum kategorisieren ließen.

Der gute Ruf der Freilichtbühne wird sich weiter herumsprechen: Davon zeigte sich bereits im vergangenen Jahr der städtische Fachbereichsleiter Frank Kulik überzeugt. Während einer Konferenz des Bauausschusses hob er den kurzen Weg zum öffentlichen Nahverkehr hervor - und die "hervorragende Logisitik" für Mitarbeiter von Rettungsdiensten. Darüber hinaus zeichne sich das Gelände regelmäßig durch ausverkaufte Veranstaltungen aus. So sagt auch Silvio Teschner: "Unsere Intention lautet, ein Umfeld zu schaffen, das die Besucher als besonderen Ort wahrnehmen." Dafür können schon mal Fallschirmspringer vom Himmel schweben.