August, ist er beim Dorffest in Groß Luja zu erleben.
Wer bei Hans-Jürgen Wiencken im Weskower Fuchsweg klingelt, ist am Ende des Dorfes angekommen. Rundum Wald, die Straße endet vor dem Gartenzaun. Hier wohnt ein Mann mit seiner Familie, der seit 1960 die Geschichte des ehemaligen Gaskombinates Schwarze Pumpe mitgestaltet hatte und ein Naturfreund ist, der einer seltenen Leidenschaft frönt - der Falknerei.
Als Berliner sei er 1960 mit dem Stahlbau Magdeburg nach Schwarze Pumpe gekommen und der Region treu geblieben. Früher habe er bis 1986 in Klein Buckow gelebt, bis der Tagebau kam und mit ihm der Neuanfang in Weskow. Von 1963 bis 1966 studierte Wiencken an der Ingenieurhochschule für Fördertechnik in Bautzen. Im Anschluss sei er über 30 Jahre in der Instandhaltung der Brikettfabriken in Schwarze Pumpe tätig gewesen.
Mitte der 70er-Jahre habe er begonnen, sich für Falken und Habichte zu interessieren. Zuchtvögel sind mittlerweile in großzügigen Volieren auf seinem Grundstück untergebracht. Die Zucht von Falken sei keine leichte Sache, wie er sagt: „Greifvögel reproduzieren sich nur, wenn sämtliche Umweltparameter stimmen und sie sich durch und durch wohl fühlen.“ Gezüchtet würden die Falken unter strengen Auflagen für die Falknerei sowie für weltweite Auswilderungsprojekte. Wiencken hat einen Habicht und Lanerfalken. Die Tiere stammten aus eigener Zucht. Während neben dem Falken „Murgel“ noch seine Großtante „Linda“ sowie Vater „Hugo“ und Mutter „Hilde“ zusammengehören, fliegt Habicht „Emily“ allein in der Voliere herum. Die Falkner jagten meist in Gemeinschaft nach Hasen, Wildkaninchen und Fasanen. Wiencken sei deshalb Mitglied im Verband Deutscher Falkner. „Ich gehe zu verschiedenen Veranstaltungen mit dem Ziel, den Leuten meine Greifvögel aus nächster Nähe zu zeigen und damit Wissen über die mehr als 4000 Jahre alte Falknerei zu vermitteln“ , sagt er.
Mit „Murgel“ und „Emily“ sei Wiencken auch schon in Schulen der Region zu Gast gewesen und habe den Heimatkunde- und Biologieunterricht bereichert. „Für einen Schauflug auf Dorffesten muss ich schon zwei bis drei Woche mit dem Falken trainieren“ , so Wiencken. Wer einen Einblick in die Falknerei haben möchte, könne dies am Samstag ab 16 Uhr in Groß Luja.
Ansonsten gestaltet sich das Groß Lujaer Fest recht sportlich, informieren die Organisatoren. Noch vor der Eröffnung am Samstag mit Sprembergs Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze und der 11. Spremberger Spreenixe beginne um 10 Uhr ein Volleyballturnier. Um 14.30 Uhr werde das Fußballspiel angepfiffen. Und ab 16 Uhr dürfe Billard gespielt oder dem Kita-Programm zugeschaut werden. Den ganzen Samstag über warten Quads, die Kegelbahn, eine Malstraße und die große Tombola auf die Groß Lujaer und ihre Gäste. Am Abend dürfe dann getanzt werden. Zudem startet um 20.30 Uhr der Fackelumzug. Wer sich am Sonntag am Billardturnier beteiligen möchte, sollte schon um 9 Uhr ausgeschlafen haben, von 11 bis 13 Uhr gebe es Leckeres vom Grill sowie Kaffee und Kuchen bei Blasmusik.