ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:38 Uhr

Spremberg
Manchmal hilft eine Puppe mit ganz weichem Haar

Mit Handpuppen zu spielen, genießen die Teilnehmer der Demenz-Fachtagung in Spremberg.
Mit Handpuppen zu spielen, genießen die Teilnehmer der Demenz-Fachtagung in Spremberg. FOTO: LR / Annett Igel
Spremberg. Fachtag zu Demenz gibt Tipps, wie Angehörige und Pfleger den Kontakt zu kranken Menschen halten.

in Deutschland haben 1,6 Millionen Menschen eine Demenz. Das teilt die Alzheimer Gesellschaft mit. Wer die Diagnose bestätigt bekommt, erlebe die Krankheit zuerst wie eine Kränkung. Für Angehörige ist sie ein schwerer Schlag. Trotzdem hatten die Teilnehmer des 5. Fachtages des Gerontopsychiatrischen Verbundes Cottbus/Spree-Neiße in Spremberg viel Spaß. Die Therapiepuppenspielerin Julia Zemann brachte vier Kartons voller Klappmaul- und Schoßpuppen mit.

Angehörige waren gekommen, die meisten Teilnehmer aber arbeiten in medizinischen und pflegerischen Bereichen täglich mit an Demenz erkrankten Menschen. Dr. Jörg Schönfelder, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Krankenhaus Spremberg, sprach über erste Symptome, die Diagnostik, neue Behandlungen. Anja Gehrke-Huy von der Alzheimergesellschaft erklärte, wie ein Mensch mit Demenz seine Umwelt erlebt und wie man zu seiner Erlebenswelt Zugang zu findet.

Ein möglicher Schlüssel sind Puppen. Ob in Menschengestalt, als Katze, Monsterchen, Eule, Fuchs, weiße Ratte – sie sind weich, lassen sich kräftig drücken und in die Waschmaschine stecken. Wenn zu Oma Müller, die ihre Feinmotorik trainieren muss, die Puppe Tim kommt und bittet, ihm die abgerutschte Socke anzuziehen, gelingt das Oma Müller mit mehr Stolz. Und Tim – anders als ein Brett mit Schnürsenkeln – freut sich und drückt sie.