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| 15:39 Uhr

Begriffsklärung bei der Feuerwehr
Fachleute streiten über Bedeutung von „bergen“

René Wappler

Feuerwehrleute zeigen sich uneins darüber, wie das Wort „bergen“ verwendet wird: Als aktuelles Beispiel dient eine Nachricht aus der RUNDSCHAU vom Freitag, zu der Stadtwehrführer Frank Balkow aus Spremberg anmerkt: „Anders als dort beschrieben haben die Rettungskräfte in der Langen Straße eine Frau gerettet und nicht geborgen.“ Denn bergen können die Fachleute nach seinen Worten nur tote Menschen oder Sachwerte. „Die Frau hingegen lebte zum Glück noch“, sagt Frank Balkow. Tatsächlich gibt es viele Feuerwehrleute, die kritisieren, dass Journalisten das Wort „bergen“ in einem falschen Zusammenhang benutzen. Darauf weist Feuerwehrmann Patrick Allinger in einem Beitrag für das Online-Magazin „Feuerwehrleben“ hin. Zugleich gibt er jedoch zu bedenken, dass die Kollegen seiner Zunft womöglich einem Irrtum aufsitzen: So gebe der Duden keinen Hinweis darauf, dass sich das Wort „bergen“ lediglich auf Tote beziehe. Zudem zitiert er aus dem Wörterbuch für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Bergung umfasst demnach „Maßnahmen zur Befreiung von Menschen oder Tieren, die durch äußere Einwirkungen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind“. So lautet das Fazit des Feuerwehrmannes Patrick Allinger: „Es ist also durchaus legitim, bei einem Verkehrsunfall von „Bergen der Verletzten“ zu reden und zu schreiben.“ Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache bestehe der kleine, aber feine Unterschied zwischen „bergen“ und „retten“ vielmehr in diesem Aspekt: Sowohl Tote als auch Lebendige könnten geborgen werden, allerdings könne kein bereits Verstorbener gerettet werden.