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| 02:45 Uhr

Fachleute stellen in Welzow Konzept für vier Städte vor

Welzow/Spremberg. Wie die Zusammenarbeit zwischen Welzow, Spremberg, Altdöbern und Drebkau aussehen soll – darüber haben am Dienstagabend Einwohner mit Politikern diskutiert. Sie trafen sich im Welzower Rathaus. René Wappler

Für die nächsten zehn bis 15 Jahre soll das Konzept Bestand haben: Darauf weist Eckhard Hasler vom Büro für Stadt, Quartier und Beteiligung hin, deren Mitarbeiter es gemeinsam mit Fachleuten der EWS Stadtsanierungsgesellschaft verfasst haben. "Das Interesse muss natürlich erst wachsen", sagt er.

Deshalb hat die Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold für Dienstagabend zu einer öffentlichen Gesprächsrunde in das Rathaus eingeladen. Sie verweist auf den "Ausgangspunkt", die Pritzener Erklärung vom 10. Juli 2009. Darin heißt es: "Die bisherige und zukünftige Entwicklung des Tagebaus Welzow-Süd verbindet die Städte Drebkau, Welzow und Spremberg und das Amt Altdöbern miteinander." Gemeinsam wollen sie sich demnach "den Herausforderungen des demografischen Wandels, der hohen Arbeitslosigkeit, des zunehmenden Leerstandes von Einrichtungen und des Klimawandels mit seinen ökologischen Folgen stellen".

Bürgermeisterin Birgit Zuchold erklärt dazu: "Wir haben uns damals auf die Fahnen geschrieben, dass wir kommunal übergreifend aktiv sein wollen - zum Beispiel beim Tourismus." Schon jetzt profitiert Spremberg von der Kooperation mit dem Lausitzer Seenland, wie Eckhard Hasler anmerkt. Dieses Modell könne als Vorbild für den gemeinsamen Weg dienen.

Ähnlich sieht es der Amtsdirektor von Altdöbern, Detlef Höhl. "Ich nutze jede Chance der Kooperation", erklärt er. "Eines steht jetzt schon fest: Einfacher wird es nicht in Zukunft, auch nicht in der Verwaltung - aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen." Allerdings stehe oft die überbordende Bürokratie im Wege, was sich in komplizierten Fördermittelanträgen zeige.

Dabei sollen gerade Fördermittel dabei helfen, viele der Ideen aus dem Konzept für die vier Kommunen in die Tat umzusetzen. Die gewünschte Barrierefreiheit in der Altdöberner Lilien-Grundschule kostet demnach 147 000 Euro, die Sanierung des Hortgebäudes in Drebkau 750 000 Euro, eine flexible Arztpraxis in Schwarze Pumpe 337 500 Euro, die Gestaltung des Welzower Marktplatzes 645 000 Euro.

So verweist einer der Besucher der Gesprächsrunde im Welzower Rathaus auf die Finanzkrise vieler Städte. "Sie müssen das Land mit in die Pflicht nehmen", sagt Günter Seifert, sachkundiger Einwohner im Finanzausschuss der Stadt, zum Welzower Stadtoberhaupt. "Das sollten wir unseren vier Bürgermeistern als Auftrag mitgeben."