Adventskalender mit 24 Fakten über Spremberg haben in diesen Wochen City-Managerin Madlen Schwausch und Kerstin Selle-Lehnig von der ASG-Wirtschaftsförderung verteilt. Dass Spremberg 17 Kindertagesstätten und eine Dahlie hat, verraten die Türchen. Und dass im Industriepark Schwarze Pumpe 5050 Menschen arbeiten. Wie viele Fachkräfte in Spremberg gesucht werden, sagt der Kalender zwar nicht. Aber er ist eines der Projekte, die sich für Sprembergs Koordinierungsstelle für Rückkehrer und Neu-Spremberger, die bei der ASG Spremberg GmbH angesiedelt ist, durchaus lohnen.

Erfreulicher Nebeneffekt des Kalenders

Kerstin Selle-Lehnig, die sich im Rahmen der Fachkräftesicherung- und Gewinnung um die Rückkehrer und Neu-Spremberger kümmert, freut sich besonders über einen Nebeneffekt des Kalenders: „Wir haben ihn an rund 70 potenzielle Rückkehrer und Interessenten verschickt, ihn in die Touristinformation und in Innenstadt-Geschäfte gebracht, damit er dort ausgelegt werden kann. Prompt haben sich mehrere Adressaten zurückgemeldet“, erzählt sie.

Spremberg

Und zwar nicht nur mit einem Dankeschön, sondern auch mit Informationen wie: „Wir wohnen schon ein paar Monate in Spremberg, warum haben denn auch wir einen solchen Kalender bekommen?“ „Genau das ermöglichte uns, mal den Status unserer Rückkehrer abzufragen und zu hören, wie es ihnen geht und ob sie angekommen sind.“

18 Rückkehrer wurden für das erste Halbjahr 2019 gezählt, 15 Rückkehrer bis in den Dezember hinein. „Das bedeutet mehr als 100 neue Einwohner für Spremberg, denn viele Rückkehrer und Neu-Spremberger bringen ihre Partner und Kinder mit“, sagt Kerstin Selle-Lehnig.

Familiäre Gründe geben Ausschlag für Rückkehr

Der häufigste Grund, in die Heimat zurückzukehren, sei familiärer Natur. Auf zahlreichen Veranstaltungen wurden die Flyer und Postkarten „Heeme fehlste“ verteilt und die Päckchen mit den Sonnenblumenkernen unter dem Motto „Wurzeln schlagen in Spremberg“. „Manchmal kommen auch Eltern zu uns, um Material für ihre fernen Kinder zu holen. Eine unserer Rückkehrwilligen stand jüngst in unserer Anlaufstelle in der Langen Straße und erklärte, dass sie die Postkarte nun schon mehrere Wochen mit sich im Portemonnaie herumtrage und jetzt endlich da sei.“

Auch das Sommerfest war ein Erfolg. „Elf Unternehmen nutzten es, um neue Mitarbeiter zu akquirieren. Wir hatten mehr als 250 Besucher und konnten 125 Rückkehrer mit Informationen versorgen“, sagt Madlen Schwausch. Hinter dem Fest und anderen Aktionen steht inzwischen eine „Heeme fehlste!“-Crew, die sich einmal im Monat zum Stammtisch trifft. Der Austausch ist wichtig, weiß Selle-Lehnig. „Immer wieder hören wir, dass der alte Freundeskreis weggebrochen ist, da auch die Freunde nach der Ausbildung, nach dem Studium nicht nach Spremberg zurückgekehrt sind. Dann nehmen wir die Rückkehrer mit zum Stammtisch.“

Rückkehrer suchen gut bezahlte Arbeit

An erster Stelle aber steht, Arbeit zu finden. Gemeinsam wird geschaut, ob es Stellen in der Region im Beruf der Rückkehrwilligen gibt und auch für den Partner, die Partnerin etwas dabei ist. Das Problem sei oft nicht, grundsätzlich Arbeit zu finden, sondern dass auch die Bezahlung stimmt, weiß Kerstin Selle-Lehnig. Sie ist gerade dabei, den Kontakt zum Arbeitsamt Bautzen zu intensivieren. „Aber auch über die Gemeinde Spreetal hat die Zusammenarbeit dazu gut geklappt“.

Regelmäßig sitze sie aber auch in Runden mit Vertretern ähnlicher Projekte in anderen Städten. „Spannend ist zum Beispiel Comeback im Elbe-Elster-Kreis, das finanziell etwas anders dasteht als wir.“ Es ist eine Willkommensagentur, hinter der mit „Generationen gehen gemeinsam“ (G3) ein richtiger Verein steht. Aber auch Vertreter von „Sehnsucht Cottbus und der Stadt Forst seien bei den vierteljährlichen Netzwerktreffen dabei. Und in der Landesinitiative „Ankommen in Brandenburg“ arbeiten die Spremberger mit.

Rückkehrwillige gebe es in allen Generationen, sagt Kerstin Selle-Lehnig. Auch für über 50-Jährige habe sie schon nach Arbeit gesucht, und Senioren wollen zurück in die Heimat. Zuerst seien es aber die ehemaligen Spremberger der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahre. „Sie haben jetzt Kinder, wollen mit ihnen näher bei Oma und Opa sein. Die Koordinierungsstelle vermittelt Kontakte für die Suche nach Wohnungen, nach einer Kita und der richtige Schule. An der Internetseite www.heeme-fehlste.de werde weiter gearbeitet. „Zum Beispiel kam jetzt den Hinweis, eine Übersicht über die Ärzte und das Gesunheitsangebot in Spremberg aufzunehmen“, so kerstin Selle-Lehnig. Höhepunkt im neuen Jahr soll das Sommerfest 2020 werden.

Besondere Stadtführung für Rückkehrer geplant

„Und wir wollen eine Stadtführung organisieren. „Da suchen wir das Gespräch mit der Touristinformation. Das Besondere an solch einer Führung wäre ja, dass die Rückkehrer noch ein etwas anderes Spremberg in Erinnerung haben“, so Madlen Schwausch. Auch sie habe in der Zeit, als sie in Amerika studierte, Veränderungen in Spremberg anders erlebt. „Über manches war ich total überrascht und habe meine Eltern gefragt, warum sie mir das nicht erzählt haben“, so City-Managerin Madlen Schwausch, „wenn man immer hier wohnt, nimmt man Veränderungen nicht so wahr. Deshalb staunen viele Spremberger, wenn Gäste fasziniert sind.