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Expertin warnt vor Sturzgefahr für Senioren

Spremberg. Moderne Technik führt dazu, dass sich Senioren im Durchschnitt weniger bewegen – mit negativen Folgen für ihre Gesundheit: Auf diesen Zusammenhang weist Sozialpädagogin Anja Gehrke Huy hin. Sie hielt am Dienstagabend beim Spremberger Pflegestammtisch im Kanu-Bootshaus einen Vortrag, in dem sie die Sturzgefahr bei Senioren beleuchtete. René Wappler

"Bewegung verringert das Risiko", sagte sie. "Nach einem Sturz beträgt der Muskelabbau älterer Menschen innerhalb zwei Wochen weit über 30 Prozent." So lange sie sich "noch irgendwie bewegen könnten", sollten sie dies auch tun: Denn im Fordern des eigenen Körpers bestehe die beste Prophylaxe.

Heutzutage sorgen jedoch der technische Fortschritt und allzu bequeme Wege dafür, dass der menschliche Körper weniger Herausforderungen annehmen muss, wie die Sozialpädagogin in ihrem Vortrag anmerkte. "Viele Leute müssen ja keine Treppen mehr steigen", erklärte Anja Gehrke-Huy. "Das viele Sitzen trägt ebenfalls nicht zur Sturzprophylaxe bei."

Ähnlich äußert sich die Spremberger Seniorenheim-Leiterin Sabine Baumgarten, die den Stammtisch der Fachkräfte organisiert - gemeinsam mit der Beraterin für Altenpflegeausbildung, Sabine Pfaff. "Der Einsatz von Hilfsmitteln aller Art ist im Seniorenheim nicht immer segensreich", stellt Sabine Baumgarten fest. "Er fährt schließlich die Aktivität älterer Menschen herunter, und das kann tatsächlich ein Schritt in die falsche Richtung sein."

Der Spremberger Pflegestammtisch dient dem Austausch von Mitarbeitern, die zwar bei konkurrierenden Unternehmen arbeiten, aber im Interesse an ihrem Fach "an einem gemeinsamen Strang ziehen", wie Sabine Baumgarten erläutert. Im Mai 2016 gründete sich der Stammtisch.

Die nächste Zusammenkunft des Pflegestammtischs ist für den 30. Januar 2018 vorgesehen. Dann widmen sich die Teilnehmer dem neuen Beruf der Pflegefachfrau und des Pflegefachmannes, für den ab dem Jahr 2020 eine einheitliche Ausbildung gelten wird.