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| 17:21 Uhr

Spree-Neiße
EU-Gelder haben bisher 170 Projekte in der Region gestärkt

Die Lokale Aktionsgruppe zieht Bilanz: Katrin Lohmann, Janina Sembol und Manuela Tilch (v.l.) in der Ausstellung im Forster Kreishaus.
Die Lokale Aktionsgruppe zieht Bilanz: Katrin Lohmann, Janina Sembol und Manuela Tilch (v.l.) in der Ausstellung im Forster Kreishaus. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Spree-Neiße. Nach zehn Jahren ziehen die Beteiligten an der Lokalen Aktionsgemeinschaft Bilanz. Und sind selbst überrascht, wie viel erreicht wurde.

Die Kita „Hayasche“ in Groß Kölzig, das Schloss in Laubsdorf oder die Weinscheune in Grano sind nur einige der Beispiele, die mit EU-Mitteln aus dem Leader-Programm gefördert wurden. Insgesamt rund 26 Millionen Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren in der Leader-Region Spree-Neiße-Land vergeben. Die stattliche Anzahl von 170 Projekten konnte damit gefördert werden.

Denn seit mehr als zehn Jahren gibt es die Lokale Aktionsgruppe Spree-Neiße-Land (LAG). Der Verein war 2007 gegründet worden, weil das eine Bedingung des Leader-Wettbewerbs war, den das Land Brandenburg ausgerufen hatte, erinnert sich Janina Sembol, Leiterin der LAG. Momentan gibt es 57 Mitglieder, darunter Kommunen, Unternehmen, Vereine und Privatpersonen. Zur Gründung waren es 70 Mitglieder.

Auch eine Leader-Region musste sich finden. Denn nur in einer solchen Leader-Region können Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums mit EU-Geldern gefördert werden, die LAG unterstützt dabei. Die damalige Leader-Region Strittmatter-Land war zu klein geworden, nach einigen Diskussionen war die jetzige Leader-Region Spree-Neiße-Land gegründet worden, zu der die ländlichen Räume der Städte Spremberg, Forst und Guben sowie die Städte Drebkau und Welzow, das Amt Döbern-Land, alle Ortsteile der Gemeinden Schenkendöbern und Neuhausen/Spree sowie die Gemeinden Jänschwalde und Heinersbrück aus dem Bereich des Amtes Peitz gehören.

Mit einer bilderreichen Ausstellung im Forster Kreishaus zieht die LAG derzeit eine Bilanz nach zehn Jahren Arbeit. „Wir waren bei unserer Vereinsfeier im Juli alle angenehm überrascht, was über die Jahre alles entstanden ist“, so Janina Sembol. Denn nicht nur große kommunale Projekte wurden gefördert, sondern auch Existenzgründer mit einer Erstausstattung unterstützt wie zum Beispiel Manuela Zahn des Wassertourismus-Unternehmens Expeditours. Auch Christina Grätz von Nagola Re aus Jänschwalde, die mit ihrem Unternehmen bedrohte Naturschätze bewahrt, bekam Gelder für den Umbau des Gehöfts.

„Die geförderten Beträge reichen von minimal 2500 Euro über maximal 200 000 Euro für Unternehmen bis zu Millionenbeträgen für Kommunen wie bei der Grundschule Grano“, so Manuela Tilch, Mitarbeiterin im Regionalmanagement. Wichtig dabei: Der Antragsteller müsse einen bestimmten Prozentsatz an Eigenmitteln vorweisen und auch die Fördersumme ersteinmal vorschießen, bevor sie erstattet wird.

Doch müsse die Leader-Förderung nicht zurückgezahlt werden und sei deshalb gerade für Unternehmen ein willkommener Zuschuss, so Janina Sembol. Jeweils zum 30. Mai und 30. September könnten die Projekte beantragt werden. Regionalmanagerin Katrin Lohmann helfe dabei. Zu den Stichtagen habe die LAG ein bestimmtes Budget zur Verfügung, das verteilt werden kann. Ein Regionalbeirat bewerte dann die Anträge mit einem Punktesystem, der Vorstand entscheide final.

Ein wichtiges Kriterium sei laut Janina Sembol, dass das jeweilige Projekt helfe, die Region voranzubringen. Denn den Förderperioden – die jetzige läuft von 2014 bis 2020 – liegt jeweils eine regionale Entwicklungsstrategie zugrunde, die die Mitarbeiter der LAG gemeinsam erarbeiten und bei Workshops auch die Bürger einbeziehen.

Wichtige Punkte in der Entwicklungsstrategie seien, dass in den ländlichen Räumen die Infrastruktur verbessert und Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden oder dass Vereinsarbeit oder Jugendclubs unterstützt werden. Als Beispiel nennt Janina Sembol hier den abgebrannten Jugendclub in Trebendorf, der dank Leader-Mitteln wieder aufgebaut werden konnte.

Neue Anträge sind weiterhin bis zum Jahr 2020 möglich und darüber hinaus, wenn die neue Förderperiode gestartet wird.