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| 02:36 Uhr

Etwas Klassenkampf in Spremberg

Sahra Wagenknecht zwischen der Spremberger Genossinnen Birgit Wöllert (li.) und Ilona Schulz.
Sahra Wagenknecht zwischen der Spremberger Genossinnen Birgit Wöllert (li.) und Ilona Schulz. FOTO: Wendler
Spremberg. Es sollte um Verantwortung für die Welt und Gerechtigkeit gehen, so eingangs die Bundestagsabgeordnete Birgit Wöllert, die zusammen mit der Fraktion der Linken in Spremberg Sahra Wagenknecht eingeladen hatte. Fast eine Stunde lang referiert Wagenknecht dann am Donnerstagabend in Spremberg vor rund 100 Zuhörern. Simone Wendler

Die routinierte Rednerin, Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Spitzenkandidatin der Linken für die kommende Parlamentswahl, spricht ohne Manuskript, streift jedoch nur schlagwortartig die Themen. An den weltweiten Fluchtbewegungen seien auch deutsche Waffen und ungerechte Handelsbeziehungen mit Afrika schuld. In Bezug auf "Armutsrenten", Niedriglöhne und Hartz-IV-Sätze spricht sie von "perversen Zuständen" und dass diese Wirtschaftsordnung kein Zukunftsmodell sei.

Wagenknecht bedauert, dass Frust und Wut über die Zustände im Land nicht der Linken zugutekämen, sondern von rechten Parteien vereinnahmt würden. Sie schimpft auf Leiharbeit, Rentenniveau und Steuersystem. Ihre angedeuteten Lösungen sind einfach. Die Rente sei nur ein Verteilungsproblem und Geld für Bildung und Gesundheit müsse einfach bei "den Reichen" einkassiert werden: "Da liegt das Geld."

Für die Wahl von US-Präsident Donald Trump macht sie die Demokraten verantwortlich. Wenn die statt Hillary Clinton mit Bernie Sanders angetreten wären, hätte Trump nicht gewonnen, behauptet sie. Wenn der jetzt aber das Verhältnis der USA zu Russland verbessert, wäre das ein Gewinn. Bezüglich der Auslandseinsätze der Bundeswehr sagt Wagenknecht: "Von Grünen und SPD müssen wir uns nicht über verantwortungsvolle Außenpolitik belehren lassen." Das klingt nicht wie großes Interesse an Rot-Rot-Grün. Der einzige Weg zu so einer Koalition, so Wagenknecht, sei ohnehin ein überraschend starkes Wahlergebnis der Linken. Der SPD prognostiziert sie angesichts ihrer derzeitigen Umfragewerte, die werde "nicht wieder hochkommen".