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| 17:04 Uhr

20. Hoheit ihres Amtes
Die ersten vernixten Wochen

 Cindy Ahne ist die 20. Spreenixe von Spremberg und dieses Foto ziert ihre aktuelle Autogrammkarte.
Cindy Ahne ist die 20. Spreenixe von Spremberg und dieses Foto ziert ihre aktuelle Autogrammkarte. FOTO: Foto Handrick
Die neue Spremberger Spreenixe ist seit etwas mehr als einem Monat im Amt. Wie fällt das erste Fazit ihres Ehrenamtes aus? Von Marcel Laggai

Etwas mehr als einen Monat ist die 20. Spreenixe, die im bürgerlichen Leben Cindy Ahne heißt, nun schon im Amt. Zeit also, die ersten paar Wochen als Hoheit Revue passieren zu lassen. Trotz ihrer noch recht jungen Amtszeit, kann die 28-Jährige eines bereits mit Gewissheit sagen: „Dieses Ehrenamt ist gelegentlich schon ziemlich stressig, aber die freudestrahlenden Gesichter entschädigen für so manchen Termindruck.“

Hoheit auch viel außerhalb von Spremberg unterwegs

Obwohl das Spremberger Heimatfest und somit ihre Kür noch nicht lang zurückliegen, hat es Cindy Ahne schon auf knapp 30 offizielle Auftritte gebracht. Einen Großteil der Termine erledigte sie zwar im Spremberger Raum, aber selbstverständlich war die Hoheit auch außer­halb unterwegs. So vertrat die 20. Spreenixe Spremberg etwa beim Trachtenfest in Burg, dem Apfelfest in Guben oder auf dem Hafenfest in Senftenberg. Just am dortigen Stadthafen ergab sich zudem ein spontaner Termin, für den die  Nixe keinerlei Bedenkzeit brauchte. „Dort wurde ich nämlich von einem Mitglied des Spremberger Shanty-Chors angesprochen und zu einem 80. Geburtstag eingeladen, woraufhin ich vom Fleck weg zugesagt habe“, erklärt die Sprembergerin freudestrahlend. Bei der Feier habe sie dem Geburtstagskind nicht nur eine „Mann für alle Fälle“-Ehrenmedaille überreicht, sondern zusammen mit dem gestandenen Männer-Chor gleich ein munteres Geburtstagslied zum Besten gegeben.

Spreenixe wird von Schülern umschwärmt

Eine weitere Begegnung, die aus zahlreichen Termin hervorsticht, sei ein Besuch in der Spremberger Kollerbergschule gewesen. „Da ich im Rahmen des sorbisch-wendischen Herbstkonzertes ebenfalls zu Gast sein werde, wollte ich im Vorfeld ein paar sorbische Worte lernen und deshalb habe ich nochmals die Schulbank gedrückt“, so Cindy Ahne, die schon beim Betreten der Schule von leuchtenden Kinderaugen empfangen wurde. Laut der 28-Jährigen staunten die Grundschüler nicht schlecht, als die „Königin“ plötzlich durch die Gänge spazierte. Angekommen im Klassenraum ging es damit gleich weiter;  die Spreenixe wurde geradezu umschwärmt von ihren „Teilzeit-Klassenkameraden“. „Obwohl ich ja eigentlich zum Lernen da war, ‚musste’ ich Autogrammkarten signieren oder Fragen der Kindern beantworten“, heißt es von der 20. Spreenixe, die nebenbei doch etwas Sorbisch, wie etwa „Dobry zen!“ (zu deutsch: Guten Tag!), aufgeschnappt habe.

Hoheit baut sich die Krone selbst

Laut Hoheit waren die Schüler auch besonders an der Krone interessiert, die sogar eine kleine Besonderheit aufweist. Kein Wunder, ist sie doch Marke Eigenbau – von Cindy Ahne höchstselbst kreiert. Der Grund dafür ist allerdings recht profan. „Die Blumenkrone von Winklers hat mir schlichtweg nicht gepasst und deshalb habe ich mir meine eigene Krone gebastelt“, erklärt die 28-Jährige fast schon entschuldigend. Mit etwas Geschick und unterschiedlichen Materialien, wie etwa Muscheln, Deko-Edelsteinen, kleinen Ästen und moosähnlichem Stoff, habe sie der jetzigen Krone ihre eigene Note verpasst. Auch das Nixen-Kleid entstand in Zusammenarbeit mit einer Schneiderin, die Cindy Ahnes Skizzen und Ideen wunschgemäß umsetzte. „Das passt nun beides so stimmig zusammen, dass ich darin die Stadt würdig vertreten kann.“

Ihren ersten Auftritt, also die feierliche Krönung, empfand die Sprembergerin allerdings als weniger würdig. „Zuerst hatte ich einen sprichwörtlichen Kloß im Hals und dann musste ich, entgegen erster Zusagen, doch ein paar Worte über mich erzählen“, erinnert sich die 28-Jährige, die bei diesem Termin das erste Mal auf einer großen Bühne stand und sozusagen im Mittelpunkt des Geschehens. Im Nachhinein habe sie sich jedoch ein Video von dem Auftritt angesehen und es schlussendlich nicht mehr als so schlimm empfunden.

Beliebtes Fotomotiv

Mittlerweile agiert die 28-Jährige fast schon wie ein Profi, sucht das Gespräch mit den Menschen und dient als beliebtes Fotomotiv. Dass sie durch die vielen Termine nur noch selten zu Hause ist, empfindet Cindy Ahne nicht als schlimm. „Bei den meisten Terminen werde ich eh von Familie und Freunden begleitet und Zeit für meinen Freund nehme ich mir allemal.“

So wundert es nicht, dass die 20. Spreenixe zuversichtlich auf die kommende Amtszeit blickt. „Und wenn mal etwas hakt, habe ich ja mit Cornelia Hansche, von der Stadt, oder den ehemaligen Spreenixen stets die richtigen Ansprechpartner zur Seite“, weiß die Sprembergerin.