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| 13:47 Uhr

Neuhausen/Spree
Neuhausen/Spree muss jetzt streichen

Neuhausen/Spree. Gute Einkommen und wenig Arbeitslose, aber die Schlüsselzuweisungen sinken. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) Die Gemeinde Neuhausen/Spree muss in den ersten Wochen des neuen Jahres fleißig streichen. Einen Fehlbedarf von 464 700 Euro hat Torsten Schwieg, Amtsleiter der Haupt- und Finanzverwaltung, den Gemeindevertretern mit dem Haushaltsentwurf 2019 verkündet. „Aber es ist der erste Entwurf, und wir haben zunächst alles aufgenommen, was bei uns an Wünschen angekommen ist“, so Torsten Schwieg. Nach dem Plan zur Haushaltskonsolidierung wollte die Gemeinde 2019 endlich wieder im positiven Bereich landen und ein Plus von 30 000 Euro erreichen. „Wir sollten wenigstens die schwarze Null anstreben. Leider schleppen wir noch Verluste aus den Vorjahren mit uns herum.“ 53 000 Euro mehr Gewinn aus der Einkommens- und der Umsatzsteuer darf Neuhausen/Spree erwarten. Zudem ist mit rund 47 000 Euro mehr Elternbeiträgen rechnen. „Das spricht für die gute Einkommenssituation unserer Eltern.“ Allerdings sinken im Gegenzug die Schlüsselzuweisungen um 52 000 Euro auf 2,2 Millionen Euro für Neuhausen/Spree.

Die Sach- und Dienstleistungskosten in der Verwaltung steigen um 88 900 Euro und die Personalkosten um 169 200 Euro. Das liege nicht nur an einer Tariferhöhung. „Sondern wir haben zwei Stellen mehr eingeplant“, so Schwieg. In den nächsten Jahren, erklärt Bürgermeister Dieter Perko (CDU), werden mehrere Mitarbeiter in den Ruhestand gehen: „Bisher ist es uns meist gelungen, diese Stellen mit jungen Leuten zu besetzen, die wir selbst ausgebildet haben.“ Damit ein junger Kollege 2020 für eine solche frei werdende Stelle noch zur Verfügung steht, will der Bürgermeister ihm für ein Jahr eine Stelle zur Überbrückung schaffen. Geplant ist in der interkommunalen Zusammenarbeit mit Burg, Drebkau, Kolkwitz und Peitz zudem die Stelle eines Datenschutzbeauftragten. „Machen alle mit, tragen wir ein Fünftel der Personalkosten. Auch müssen wir sehen, ob Datenschutz auf Dauer Aufgabe genug ist“, so Perko

Bei den investiven Mitteln, die zum Beispiel für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Frauendorf, für neue Buswartehäuschen oder Material in den Kindertagesstätten und der Grundschule Laubsdorf verwendet werden, liegt das Defizit bei 126 000 Euro. Waren im Topf der investiven Mittel 2018 knapp 8,8 Millionen Euro, werden es für 2019 nur 8,6 Millionen Euro sein. „Wir müssen prüfen, welche Vorhaben erledigt werden müssen, wo wir Aussicht auf Förder- oder Lottomittel haben und was zurückgestellt werden kann“, so Torsten Schwieg.

Dass am Donnerstag weder Streichvorschläge von den Gemeindevertretern noch Ideen für  zusätzliches Geld kamen, ärgerte Bürgermeister Perko nicht. „Das zu sichten und zu gewichten, ist die Aufgabe der Verwaltung“, erklärte er, setzt aber auf die Ortsbeiratssitzungen und Ausschüsse im neuen Jahr. Die Gemeindevertreter tagen am 7. März.