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Erste Flüchtlinge sind in Spremberg angekommen

Spremberg. Vor wenigen Tagen sind in der Region Spremberg die ersten der vom Landkreis angekündigten Flüchtlinge und Asylbewerber angekommen. In Friedrichshain wurde eine dreiköpfige Familie aus Syrien aufgenommen, in Spremberg sind zwei Familien aus Tschetschenien in Wohnungen gezogen. Catrin Würz

"Wir haben mit den Kommunen die dezentrale Unterbringung als bevorzugten Weg in der Flüchtlingsbetreuung vereinbart - und so läuft es bislang auch sehr gut", informiert Ines Lober, Leiterin des Fachbereiches Soziales beim Landkreis Spree-Neiße. Sie zieht nach der Aufnahme der ersten Asylsuchenden in Spremberg und Friedrichshain eine positive Bilanz. "Wir nehmen auch eine erfreuliche Hilfsbereitschaft von Einwohnern wahr, die mit Sachspenden helfen wollen oder sich zur Vermittlung von Deutschkenntnissen anbieten", berichtet die Mitarbeiterin.

So hat in Friedrichshain kürzlich eine syrische Familie eine leer stehende Wohnung in einem Mehrfamilienhaus der Wohnungsbaugesellschaft Gewoba bezogen. Dabei handelt es sich nicht um den für den Abriss vorgesehenen Wohnblock, wie es frühere Pläne des Landkreises vorsahen. Zu der asylsuchenden Familie gehören ein schulpflichtiger Junge, seine Großmutter und sein Onkel. Der Junge ist in einer Schule in Döbern aufgenommen worden. Von großer Hilfsbereitschaft für diese Menschen konnte Amtsdirektor Günter Quander (parteilos) berichten. So haben Einwohner aus Friedrichshain unkompliziert ein Fahrrad für die Familie zur Verfügung gestellt. Andere hätten die Nutzung ihres Internetanschlusses angeboten, damit die Familie in Kontakt mit ihren Verwandten treten kann.

In der Stadt Spremberg sind bislang zwei asylsuchende Familien aus Tschetschenien aufgenommen worden. Der Landkreis hat für diese insgesamt neun Personen zwei Wohnungen der Gewoba auf dem Kollerberg und auf dem Georgenberg angemietet und mit dem Nötigsten ausgestattet. Unter diesen Asylsuchenden ist auch eine sechsköpfige Familie mit vier Kindern, von denen einige inzwischen die Schomberg-Schule besuchen.

"Für die kleineren Kinder und die Eltern eröffnet sich die Möglichkeit, Angebote im Elterntreff auf dem Kollerberg zu nutzen. Es soll nichts unversucht bleiben, um die Integration der asylsuchenden Menschen zu ermöglichen", sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Spremberg, Christina Bieder, in dieser Woche vor dem Bildungs- und Sozialausschuss.

Der Landkreis Spree-Neiße hat mit der sozialen Betreuung der Flüchtlingsfamilien Mitarbeiter des Migrationsdienstes des Diakonischen Werkes beauftragt, das in Spremberg angesiedelt ist.

Für Anfang Mai wird in der Stadt eine weitere Flüchtlingsfamilie aus dem Iran erwartet. Insgesamt waren der Stadt Spremberg für das Jahr 2015 vom Landkreis 112 neue Asylsuchende angekündigt worden.