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| 18:17 Uhr

Erst der Einsatz, dann die Übergabe

Bürgermeister Dieter Perko, Ortswehrführer Michael Mummert und die stellvertretende Ortswehrführerin Silke Neumann mit Heiko Christoph, Gemeindewehrführer und stellvertretendem Kreisbrandmeister Karsten Magister (von links) bei der symbolischen Übergabe des neuen Fahrzeuges.
Bürgermeister Dieter Perko, Ortswehrführer Michael Mummert und die stellvertretende Ortswehrführerin Silke Neumann mit Heiko Christoph, Gemeindewehrführer und stellvertretendem Kreisbrandmeister Karsten Magister (von links) bei der symbolischen Übergabe des neuen Fahrzeuges. FOTO: Martina Arlt/mat1
Neuhausen. Nach jahrzehntelangem Warten wurde das nagelneue Feuerwehrfahrzeug feierlich übergeben, dafür hatte Ursula Schiele einen Kranz gebunden. Doch durch den Sturm mussten die Bagenzer bereits am Freitag um 5. Martina Arlt / mat1

30 Uhr zur ersten Alarmfahrt ausrücken; ein Baum lag auf den Bahngleisen zwischen Cottbus und Görlitz und musste beseitigt werden.

Für Dieter Perko als Bürgermeister der Großgemeinde Neuhausen/Spree war es ein großartiges Ereignis, symbolisch den Schlüssel zu übergeben, wie er in seiner Eröffnungsrede sagte. "Es ist ein Fahrzeug der Gemeinde Neuhausen/Spree und die Bagenzer sind die Besitzer. Ich bin überzeugt, dass die Kameraden dieses neue Auto hegen und pflegen. Wir konnten in den vergangenen Jahren schon mehrere Fahrzeuge der Gemeinde in den Dienst stellen, doch dieses ist das schönste und teuerste Fahrzeug, das wir heute einweihen."

Das Fahrzeug wird besonders für die Waldbrandbekämpfung eingesetzt. Es kann 5000 Liter Wasser fassen und wird von den Kameraden deshalb auch gern als "Wasserkuh" bezeichnet. "Bagenz ist von viel Wald umgeben. Auch unsere Bungalowsiedlung liegt in einer waldreichen Gegend und so ist das Fahrzeug ganz sicher in unserer Wehr an richtiger Stelle", erklärt Ortswehrführer Michael Mummert. "Das neue Fahrzeug wird bei uns den Namen ,Emma' bekommen. Von unserer ,Berta' müssen wir uns verabschieden. Sie wird somit außer Dienst gestellt." Das Fahrzeug ist 51 Jahre alt und zuverlässig, aber nicht mehr auf dem Stand der Technik. Es konnte auch nur 2400 Liter Wasser fassen.

Gemeindewehrleiter Karsten Magister machte auf die Technik des neuen Fahrzeuges aufmerksam: "Es ist ein Allradfahrzeug, ist mit einer Motorsäge, einem Dachwerfer und einer Seilwinde zum Selbstretten ausgestattet". 5000 Liter Wasser - "das ist schon gigantisch", wertet Magister.

Die Bagenzer Ortswehr hat zwölf aktive Kameraden, davon vier Frauen, verfügt seit 2003 über eine Jugendfeuerwehr, die heute sieben Mitglieder zählt und von Torsten Reimers betreut wird. "Geräte- und Fahrzeugkunde, Erste-Hilfe-Ausbildung und auch der Feuerwehr-Sport gehören zu unserer Jugendarbeit. Jetzt konnten wir auch einen Mannschaftssatz für den Wettkampfsport bestellen. Aber es gibt auch mal den einen oder anderen Ausflug. Dazu gehört eine Lesenacht, bei den Kindern gut ankommt", wirbt Torsten Reimers um mehr Nachwuchs. Mitmachen können Kinder ab dem Schulalter. Die Aktiven der Feuerwehr Bagenz treffen sich einmal monatlich zur Ausbildung, oft gemeinsam mit denen aus Drieschnitz und Kahsel.

Dringende Ersatzbeschaffungen für Fahrzeuge stehen auch in den Feuerwehren Kahsel, Neuhausen und Groß Döbbern auf dem Plan, so Bürgermeister Perko, "doch man muss dafür die Finanzen beschaffen".

Zum Thema:
Das Tanklöschfahrzeug 5000 (TLF) von Mercedes kostete 380 000 Euro, die Gemeinde musste 82 000 Euro aufbringen, der Rest kam über Fördermittel, da die Bagenzer Feuerwehrleute auch überörtliche Aufgaben übernehmen und zur Stützpunkt-Feuerwehr Spremberg gehören. Für diese Aufgaben muss die Wehr natürlich auch mit entsprechender Technik ausgerüstet sein. Insgesamt gab es 2016 in allen 15 Ortsteilen der Gemeinde Neuhausen/Spree 78 Einsätze, davon rückten die Bagenzer 14 Mal aus (Waldbrände, Tierrettung oder auch Beseitigung von Sturmschäden).