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Erst Chronik nach 90 Jahren

Beim Fest der Freiwilligen Feuerwehr Jämlitz übergaben Annerose und Alfred Penk (r.) die Feuerwehrchronik an Ortswehrführer Ingolf Reimann.
Beim Fest der Freiwilligen Feuerwehr Jämlitz übergaben Annerose und Alfred Penk (r.) die Feuerwehrchronik an Ortswehrführer Ingolf Reimann. FOTO: dbo1
Jämlitz. Freiwillige Feuerwehr Jämlitz feierte am Samstag ihr 90-jähriges Bestehen. Den Anfang des machte 1927 eine hölzerne Handdruckspritze. Detlef Bogott / dbo1

Bei einem Brand der Scheune des Grafen Arnim im damaligen Jämlitz im August 1911 nahmen Feuerwehren aus den umliegenden Orten teil. Eine Jämlitzer Feuerwehr wurde nicht erwähnt, denn noch muss man davon ausgehen, dass es schon vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Jämlitz, es ein organisiertes Feuerlöschwesen gab.

Die Anschaffung einer mit Pferden bespannten hölzernen Handdruckspritze aus dem Jahre 1841 ist nicht belegbar, sie soll aber existiert haben. Man geht aber davon aus, dass es schon vor 1927 das Spritzenhaus an der Kreuzung der damaligen Dorfstraße nach Muskau gab. Bis zum Jahr 1927 gehörten Feuerwehrleute aus den Gemeinden Jämlitz und Zschorno dem Spritzenverband in Tschernitz an. Am 28. September 1927 übergaben zwei Herren von der Feuersozietät, der Kreisbrandmeister und Feuerwehrkameraden aus Döbern und Tschernitz eine Motorspritze an die Gemeinde. Ein altes Foto zeigt zu diesem Anlass 26 Feuerwehrmänner in Uniform vor dem Gasthaus Gollnack. Dann am 16. Oktober 1927 fand eine Versammlung statt, mit der die Gründung der eigenständigen Feuerwehr von Jämlitz nachgeholt und besiegelt wurde.

Auf Basis der Beschlüsse der Gemeindevertretung Zschorno vom 6. November und Jämlitz vom 16. November 1927 wurde das Statut des ,,Spritzenverband Jämlitz- Zschorno" mit Sitz in Jämlitz erlassen. Beide Gemeinden beschlossen, auf Grundlage des veranlagten Grundvermögenssteuersatzes, gemeinsam die Beschaffung und Unterhaltung der Feuerlöschgerätschaften zu gewährleisten. 1934 wurde im damaligen Amtsbezirk Tschernitz, die Feuerwehren von Jämlitz, Kromlau, Zschorno und Klein Düben per Weisung zusammengefasst und somit fünf Löschzüge gebildet. 1936 wurde jedenfalls eine gebrauchte Handdruckspritze beschafft. Im gleichen Jahr an einem Sonntag, dem 26. April, um acht Uhr fand eine Ausbildung aller männlichen Personen im Alter von 13 bis 18 Jahren und von 45 bis 60 Jahren als Feuerwehrleute statt. Das Erscheinen war Pflicht!

Ihre Pflicht kennen die Jämlitzer Kameraden bis heute. Die 30 Kameraden, zwölf im aktiven Dienst und 18 aus der Alters- und Ehrenabteilung sind alle erfahrene und gut ausgebildete Feuerwehrleute. In seiner Begrüßungsrede betonte Ortswehrführer Ingolf Reimann, dass es durchaus nicht alltäglich ist, eine einsatzbereite Wehr zu haben. ,,Wir hier im Ort verfügen über eine einsatzbereite und gut motivierte Truppe", so Reimann. Bei dieser Gelegenheit dankte der Jämlitzer Ortswehrführer auch den Familienangehörigen der Kameraden für ihr Verständnis, wenn Männer und Frauen in den Abendstunden oder an den Wochenenden ihre Freizeit für Weiterbildungen opfern.

Die Jämlitzer Kameraden und die Kameraden der Gastfeuerwehren aus Köbeln, Kromlau und Bad Muskau gedachten während des Festappells der beiden am vergangenem Dienstag bei Bergungsarbeiten auf der A 2 verunglückten Kameraden mit einer Schweigeminute. Auch Pfarrerin Miriam Arndt vom Pfarramt Bad Muskau der Kirchengemeinde Gablenz / Kromlau und Jämlitz / Klein Düben beglückwünschte die Kameraden zu ihrem Jubiläum. Das Wort ergriffen ebenfalls Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer, Amtswehrführer Lars Mudra, Ortsbürgermeisterin und Feuerwehrfrau Ingrid Nicko, der amtierende Amtsdirektor des Amtes Döbern-Land Mike Lenke und Matthias Geigh vom Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße.

Nach dem Appell begann dann der vergnügliche Teil des Tages. Gäste hatten die Gelegenheit, das Prachtstück einer Feuerwehrchronik zu bewundern. Annerose und Alfred Penk haben die Arbeit an der Chronik nach Rudi Marko fortgesetzt und bis zum Jahr 2016 alles zusammengetragen. Zuarbeit leistete Ortschronist Erich Hecker und Margitta Krautz. Neben den Jagdhornbläsern sorgte auch die Schalmeienkapelle Rohne für Stimmung. Interessant für Kinder wie für Erwachsene war das Brandhaus, welches für die Brandschutzerziehung konzipiert wurde. Nach der Siegerehrung im Preiskegeln wurde am Abend das Tanzbein geschwungen.