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| 01:00 Uhr

Erinnern, erfinden und dann schnell aufschreiben

Als die Spremberger RUNDSCHAU-Redaktion vor sechs Jahren ihre Weihnachtsüberraschungen ausbrütete, entschlüpfte da auch die Idee zu einer Weihnachtslesung: Haben die Leser Zeit und vor allem Lust, selbst Weihnachtsgeschichten, Wintergedichte, heimelige Dialoge, frostige Kriminalerzählungen, Märchen aufzuschreiben? Sie hatten. Zum sechsten Mal soll am 20. Dezember eine Lesung im Podiumssaal des Spremberger Schlosses stattfinden – mit Ihren winterlich-weihnachtlichen Texten. Von Annett Igel

In der ersten Lesung ergänzten wir Redakteure das Programm noch mit zwei eigenen literarischen Texten. Dann aber war das nicht mehr nötig. Es wurden Märchen und Episoden von Weihnachtsabenden in Kriegszeiten erzählt. Der Winterwald wurde entdeckt und bedichtet. Ein Großvater suchte sich eine neue Familie, eine Mutter fand zu Weihnachten endlich wieder zu ihrer Tochter - auch innerlich. Beim Schmücken eines Weihnachtsbaumes kann einem Mann mindestens so viel passieren wie der Frau beim Zubereiten des Weihnachtsbratens. In Walnüssen lässt sich die Zukunft finden und eine schöne Geschichte. Und es ist verdammt wichtig, als Schulkind einmal im Krippenspiel die Maria sein zu dürfen.
Schon vor der zweiten Lesung hatten wir befürchtet, dass den Schreiberlingen aus Spremberg, Welzow, Tschernitz, Groß Luja, Eichwege, Schwarze Pumpe, Wolfshain. . . nichts Neues mehr einfällt zum Fest, zum Winter. Aber es kamen immer neue Ideen - traurige Erzählungen reihten sich an spaßige Weihnachtsmann-Odysseen, leise Lyrik kullerte neben freche Reime.
In diesem Jahr wollen wir nun zum sechsten Mal zum Schreibwettbewerb aufrufen und die Autoren der besten Texte wieder zur Lesung ins Spremberger Schloss einladen. Kerstin Promnitz von der Kreisbibliothek Spree-Neiße hat mit dem 20. Dezember einen wunderbar weihnachtsnahen Termin für unsere Lesung vorgeschlagen, und Sonja Junghänbel, Leiterin der Musik- und Kunstschule Spree-Neiße, möchte uns mit ihren Schülern wieder helfen, dass wir aus dem Alltagsstress heraus empfindsame Ohren bekommen und die Ruhe, uns auf allerhand literarische Turbulenzen einzulassen.
Der Einsendeschluss für Ihre winterlich-weihachtlichen Geschichten und Gedichte soll in diesem Jahr der 13. Dezember sein - keine Sorge, das ist kein Freitag. Fast einen ganzen Monat haben Sie somit Zeit, in Ihrer Kindheit herumzustöbern, eine Episode im weihnachtlichen Erziehungskampf jetzt als Eltern zu schildern, einen deftigen Reim für eine Weihnachtsballade zu finden oder den leisen Ton fürs Wintergedicht. Oder machen Sie es umgekehrt, widersprechen Sie mir. Eine meiner Mond-Geschichten ist entstanden, weil meine Deutschlehrerin (Klasse 9) die Auffassung vertrat, dass man über die Nacht nicht so viel schreiben könne, weil sie dunkel sei. Na, aber hola! Oder ein weihnachtsmännisches Hohoho! Ich wünsche Ihnen viele Worte und viel Fantasie.

Hintergund Zum Wettbewerb
 Ihre Texte sollten weihnachtlich und / oder winterlich daherkommen, auf höchstens vier Schreibmaschinenseiten passen und noch nicht erschienen sein. Sind diese Bedingungen erfüllt - dann ab mit den Arbeiten zur Lausitzer Rundschau, Badergasse 4, in 03130 Spremberg. Sie erreichen die Redaktion außerdem über die Fax-Nummer (03563) 34 59 28 und über die Mail-Adresse red.spremberg@lr-online.de.