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| 15:22 Uhr

Boden im Gewässer heruntergebrochen
Taucher sieht Gefahr im Felixsee

Der Felixsee am Dienstagmorgen: Am Wochenende hatten Taucher eine Rutschung im See gemeldet. Sie soll das Ufer der Bungalowsiedlung gegenüber des FKK-Strandes betreffen.
Der Felixsee am Dienstagmorgen: Am Wochenende hatten Taucher eine Rutschung im See gemeldet. Sie soll das Ufer der Bungalowsiedlung gegenüber des FKK-Strandes betreffen. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Felixsee. Nach einem Erdrutsch sperrten Feuerwehrleute einen Teil des Ufers. Von Rene Wappler

Von René Wappler

Vom Fuß des Aussichtsturmes führt ein steiler Pfad hinunter zum Felixsee, wo vier Besucher am Strand liegen. Sie berichten von Tauchern, die am Wochenende durchs Wasser schwammen, von Feuerwehrleuten, die kurz darauf am See aufkreuzten.

Seitdem spannen sich auf der gegenüberliegenden Seite rotweiße Bänder über den Weg entlang des Gewässers. Die gesperrte Strecke umfasst ungefähr 100 Meter. Dabei deutet zunächst nichts auf eine Gefahr hin. Der Hang wirkt unversehrt.

Doch dieser Eindruck trügt. Das sagt Reinhard Sprigade. Er betreibt ein Tauchzentrum in Bad Muskau. Am Sonntag fuhr er wie so oft zum Felixsee. Bald fiel ihm auf, dass der Grund des Wassers anders aussah als sonst. Er rief die Feuerwehr an. Ein Erdrutsch habe sich ereignet, sagte er, der Boden sei um fünf bis zehn Meter heruntergebrochen. „Eine Wand von beträchtlicher Länge ist mit einem Mal im See entstanden“, berichtet Reinhard Sprigade am Tag darauf. „Das halte ich für sehr gefährlich.“

Die Feuerwehrleute aus Bohsdorf spannten Absperrbänder über den Weg. Auch Bürgermeister Peter Rabe begab sich am Sonntagabend zum See. „Ich kann nur sagen, dass ich gleich informiert wurde“, erläutert er. „Es gab tatsächlich Anzeichen eines Erdrutsches, weshalb wir die Sperrung eingeleitet haben.“ Das habe er unverzüglich dem Landesbergamt mitgeteilt. „Was genau im See passiert ist, muss jetzt untersucht werden“, sagt der Bürgermeister. „Mich hat dieser Zwischenfall überrascht.“

In der Nähe der abgesperrten Stelle befindet sich eine Bungalowsiedlung, nur ein paar Schritte vom Hang entfernt. Viele Pächter genießen die letzten warmen Sommertage. Sie sonnen sich auf dem Rasen oder pflegen ihre Grünanlagen. Zwar haben sie ebenfalls vom Feuerwehreinsatz wegen des Erdrutsches am Felixsee gehört. Doch beunruhigt zeigen sie sich nicht.

Das unterscheidet sie vom Taucher Reinhard Sprigade. „Mir blieb ja am Sonntag nichts anderes übrig, als die Feuerwehr zu rufen“, sagt er. „Auch wenn ich weiß, dass ich mich mit meinen Warnungen unbeliebt mache, hoffe ich doch, dass die Leute die Gefahr ernst nehmen.“ Er selbst würde sich nach eigenen Worten nicht mit gutem Gewissen einen Bungalow am Ufer zulegen. Schließlich sei nur schwer einzuschätzen, wie sich die Erdmasse im Bereich des Sees weiter bewegt. Um genaueren Aufschluss darüber zu erhalten, will Reinhard Sprigade den Rutsch mit Fotos dokumentieren. Das Material wird er dann den Fachleuten des Landesbergamtes übergeben.

Der Vorfall im Felixsee erinnert an ein ähnliches Ereignis vor fast einer Woche am Senftenberger See. Ein Teil der Insel vor dem Strandbereich in Niemtsch rutschte am Donnerstag in das Gewässer. Die Mitarbeiter der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft ließen die Bucht daraufhin sperren.

Der Bürgermeister von Felixsee hält allerdings nichts von Spekulationen über den Erdrutsch am Gewässer in seiner Gemeinde. „Ich habe mir am Montag die Lage vor Ort noch mal angeschaut“, sagt Peter Rabe. „Wir werden dort auch weiter kontrollieren.“

Bänder sperren seit Sonntag diesen Bereich am Felixsee ab.
Bänder sperren seit Sonntag diesen Bereich am Felixsee ab. FOTO: LR / René Wappler