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| 15:26 Uhr

Am 80. Geburtstag zum ersten Mal ein Heimspiel verpasst
Für den FC Energie büxt Erwin Noack sogar aus dem Krankenhaus aus

 Erwin Noack aus Wadelsdorf (Mitte mit Schal und Lausitzer Rundschau) ist seit 21 Jahren der RUNDSCHAU-Austräger in Wadelsdorf. Am Sonntag feierte er seinen 80. Geburtstag – und verpasste seit Jahrzehnten erstmals ein Heimspiel von Energie Cottbus. Dafür gab es andere Fan-Geschenke.
Erwin Noack aus Wadelsdorf (Mitte mit Schal und Lausitzer Rundschau) ist seit 21 Jahren der RUNDSCHAU-Austräger in Wadelsdorf. Am Sonntag feierte er seinen 80. Geburtstag – und verpasste seit Jahrzehnten erstmals ein Heimspiel von Energie Cottbus. Dafür gab es andere Fan-Geschenke. FOTO: Arlt Martina
Wadelsdorf. Erwin Noack ist in Wadelsdorf RUNDSCHAU-Austräger – und ein Anhänger des FCE Cottbus. Nun muss die Mannschaft zum ersten Mal ohne Noack ein Heimspiel bestehen.

Die Frage lautete: Feier zum 80. Geburtstag in Familie oder Energie-Heimspiel? „Ich freue mich ja auch, mit der Familie zusammen zu feiern“, sagte Erwin Noack. „Aber das Heimspiel hätte mich schon sehr gereizt.“ Seit mehr als fünf Jahrzehnten schlägt sein Herz für die Mannschaft. Seit 1963, seit der ersten Stunde, war Erwin Noack bei jedem Heimspiel dabei. Er war jahrzehntelanger Organisator der Fangruppe „Rot Weißer Adler“. Deren Mitglieder fuhren mit mehreren Bussen zu Auswärtsspielen. Unter den Mitgliedern des Vereins ist Erwin Noack unter der Nummer 704 zu finden.

Für ein Energie-Live-Spiel organisierte er sogar neue Zugpläne

Der gelernte Landmaschinenschlosser war auch im Hochbau tätig. Er hat mittlerweile 38 Fan-Schals, die er in der langen Zeit immer wieder in den Stadien tauschte. Stets setzte er alles daran, die Heimspiele nicht zu verpassen. „Damals bin ich mal vom Krankenhaus abgehauen, und musste mir auch eine Notlüge für meine Frau einfallen lassen. Ich verschaffte mir ein Alibi: Ich war bei einem guten Freund, Antenne bauen.“

In seiner Zeit beim Baumaschinenkombinat hatte der Wadelsdorfer auch Bereitschaft und musste immer wieder Güterzüge ausladen. Erwin Noack bekam es hin, dass diese Güterzüge nicht Sonntagnachmittag ankamen, sondern erst Montag früh. So konnte er auch zu seinem Heimspiel von Energie fahren. „Da gab es einige Episoden, nur um die Spiele nicht zu verpassen. Es ist die Stimmung und das Feeling im Stadion, es ist einmalig. Noch heute bin ich im Cottbuser Stadion stets zu finden“, sagt der Wadelsdorfer Fan.

Einen Sitzplatz fürs Bayernspiel gab es zum 80. Geburtstag

Lars Mudra ließ es sich nicht nehmen, am Sonntag den Jubilar im Namen von Energie Cottbus zu ehren. Er hatte ein offizielles Glückwunschschreiben von Energie, ein Trikot mit seinem Vornamen und einer 80 sowie einen Schal im Gepäck. Erwin Noack war sichtlich gerührt. Und es kam noch besser: Wolfgang Jazosch, Henry Kubaschk und Karl-Heinz Jäckel kamen mit einer bunt beklebten Kiste und übergaben feierlich darin eine Sitzplatzkarte für das Bayernspiel am 12. August in Cottbus. „Das war die Rettung, denn ich hatte nur eine Stehkarte. Die Karte ist Gold wert“, so Erwin Noack. Auch Tochter Simone war am Sonntag über die Gratulanten ihres Papas hoch erfreut, die genau „den Nerv seiner Leidenschaft“ trafen.

(mat)