Von Annett Igel-Allzeit

Bernd Schmied, den guten und langjährigen Verbandsvorsteher des Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (SWAZ) abwählen – das will niemand. Doch weil sich der 65-jährige Bloischdorfer zum Jahreswechsel 2019/2020 in den Ruhestand verabschieden möchte, müsste er abgewählt werden. Die Verbandsversammlung entschied sich nun doch für einen anderen Weg: die Abberufung.

Dabei hatte am 28. Februar extra für die Abwahl-Frage eine Besprechung bei der Kommunalaufsicht in Forst stattgefunden. Ein Rechtsanwalt aus dem Innenministerium  kündigte dort an, dass die Änderung des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit (GkG) im Punkt Verbandsvorsteher vorbereitet werde. Bis dahin werde die  Kommunalaufsicht der Verfahrensweise des SWAZ nicht widersprechen. Die sah vor: Die Verbandsversammlung wählt Bernd Schmied formal mit Wirksamkeit zum 31. Dezember 2019, 0 Uhr, ab und wählt den neuen Verbandsvorsteher mit Wirksamkeit zum 1. Januar, 0.01 Uhr, Das, betonte Bernd Schmied am Mittwoch in der Verbandsversammlung, gehe nur bei einem hauptamtlichen Verbandsvorsteher – nur er könne sein Amt niederlegen. „Ein ehrenamtlicher Verbandsvorsteher kann das nicht auf eigenen Wunsch“, erklärte Schmied. Zudem erklärte er schriftlich sein Einverständnis zur vorzeitigen Abwahl. Damit entfielen die Ladefristen, die bei einer strittigen Abwahl nötig wären.

Dieter Perko, der als Bürgermeister von Neuhausen/Spree die Ortsteile Bagenz und Drieschnitz-Kahsel in der Verbandsversammlung vertritt, hatte am Mittwoch die Idee, statt von einer Abwahl von einer Abberufung zu sprechen. Daraufhin haben die anwesenden Verbandsmitglieder einstimmig beschlossen, dass Bernd Schmied abberufen wird – „auf eigenen Wunsch und in Ehren“.

Dreimal war Bernd Schmied zum hauptamtlichen Verbandsvorsteher des SWAZ gewählt worden: 2001 bis 2009, 2009 bis 2017 und 2017 ließ er sich noch einmal wählen. Im November 2025, wenn seine dritte Amtszeit endet, wäre er 71 Jahre alt.