ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:40 Uhr

Spremberg
Blaue Sauger bleiben in Bühlow

An der Vorsperre in Bühlow trocknet der Eisenschlamm unter anderem auf natürliche Weise im Absetzbecken. Sven Radigk und Mario Drews hoffen auf einen Trockengehalt von 20 Prozent.
An der Vorsperre in Bühlow trocknet der Eisenschlamm unter anderem auf natürliche Weise im Absetzbecken. Sven Radigk und Mario Drews hoffen auf einen Trockengehalt von 20 Prozent. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Eine Zentrifuge soll ab der nächsten Woche Eisenschlamm aus der Vorsperre entwässern.

Polier Mario Drews blinzelt in die Staubwolke des Baggers. Jeden Moment kann sie kommen: die Zentrifuge, die in der nächsten Woche an der Vorsperre Bühlow beginnt, den Eisenhydroxidschlamm zu entwässern. Derzeit saugt keiner der drei blauen Bagger auf dem Wasser, sondern die Mitarbeiter vom Tief- und Wasserbau Boblitz (TWB)  verlegen Rohre. Ein langbeiniger Schreitbagger hilft. Draußen auf der Vorsperre liegen die „Galeere“, das Arbeitsschiff, und der große Saugspülbagger, der vom 8. Dezember 2017 bis zum 18. Mai bis zu 1100 Kubikmeter Schlamm pro Stunde aus der Vorsperre holen konnte. „Er wird jetzt mit der Galeere Anker sein“, sagt Sven Radigk. Er ist Arbeitsgruppenleiter und Eisenminderungsbeauftragter der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV).

Schlamm saugen werden ab Montag zwei kleinere Saugbagger mit einer zusätzlichen Pumpe. Die Kleinen haben jeweils eine Saugkraft von 180 Kubikmetern pro Stunde. „Sie sollen so viel saugen, dass die Entwässerungszentrifuge am Ufer Arbeit hat“, sagt Sven Radigk.

Die Zentrifuge steht in Bühlow im Wettbewerb mit zwei anderen Verfahren. Seit vier Wochen liegen vier große Säcke am Ufer. Das Landessamt für Umwelt testet hier, wie schnell der Schlamm mit Eisenhydroxid und Mikrobiologie in den „Geotubes“ trocknet. Dass die Säcke unterschiedlich prall sind, liegt an den verschiedenen  Schlammarten – ganz frisch, älter, mit mehr oder weniger Algen, aus verschiedenen Schichten. Regelmäßig werden Proben genommen und der Wassergehalt gemessen.

Aber auch eine dritte Entwässerungsmöglichkeit wird in Bühlow beobachtet: das Absetzbecken, in das Mitte Mai noch von Montag bis Freitag die abgesaugte Masse aus der Vorsperre plätscherte. Das Einlaufrohr liegt trocken, das Entwässerungsrohr lässt fließen, was noch zusammenkommt. „Wir haben viele kleine Gräben gezogen, um das Abfließen zu fördern“, erklärt Mario Drews, während Bachstelzen über den rotbraunen Schlamm rennen.

Bei zehn Prozent liegt der Trockensubstanz-Gehalt, wenn der Schlamm durchs Rohr kommt. „Im Becken sind wir inzwischen bei 17 Prozent angekommen. Die 20 können wir durchaus schaffen“, sagt Sven Radigk. Die reichen für den Abtransport, ideal sind 35 bis 40. Die Zentrifuge schafft 25 Prozent. Aber egal, wie am effektivsten entwässert wird  – dickes Problem bleibt die Entsorgung des Eisenhydroxidschlamms beziehungsweise seine Verwertung. Bereits versucht wurde, ihn baustofflich zu verwenden. Forschungsprojekte laufen – aber lange Wege soll der Schlamm nicht zurücklegen. Größter Abnehmer ist das Entsorgungsunternehmen Lobbe. 70 000 Tonnen Eisenhydroxidschlamm fallen durch die Arbeiten der LMBV inzwischen im Jahr an. 20 000 bis 25 000 Tonnen sind es allein in Bühlow. Sven Radigk: „Steigt die Menge weiter, erhöht sich der Entsorgungspreis.“

Ein Pufferbehälter wird vor die Zentrifuge, die den Schlamm entwässern soll, gesetzt.
Ein Pufferbehälter wird vor die Zentrifuge, die den Schlamm entwässern soll, gesetzt. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Seit vier Wochen trocknet der Schlamm zudem in geotextilen Säcken und wird regelmäßig analysiert.
Seit vier Wochen trocknet der Schlamm zudem in geotextilen Säcken und wird regelmäßig analysiert. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit