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Eisenschlamm-Sauger sind am Start

Der Schwimmbagger ist an der Vorsperre Bühlow schon zu Wasser gelassen. Letzte Absprachen vor dem Start der Entschlammung treffen Volkmar Zarach (M.) von der LMBV, Bauleiter Steffen Jainz (r.) und Volker Krause von der LMBV-Unternehmenskommunikation.
Der Schwimmbagger ist an der Vorsperre Bühlow schon zu Wasser gelassen. Letzte Absprachen vor dem Start der Entschlammung treffen Volkmar Zarach (M.) von der LMBV, Bauleiter Steffen Jainz (r.) und Volker Krause von der LMBV-Unternehmenskommunikation. FOTO: cw
Spremberg/Bühlow. Die Eisenschlamm-Sauger sind am Start: An der Vorsperre Bühlow des Spremberger Stausees beginnt in Kürze die Beseitigung des im Gewässer abgelagerten Eisenhydroxidschlamms. In drei Monaten soll alles beräumt sein. Catrin Würz

Am Ufer des kleinen Sees ist ein bunter Containerpark entstanden. Eisenrohre wurden verlegt und ein künstlicher Steg errichtet. Der erste von zwei geplanten Schwimmbaggern schaukelt schon gemächlich auf den leichten Wellen der Vorsperre Bühlow dahin. "Derzeit sind wir noch im Probetrieb und beim Einrichten der Baustelle. Doch nächste Woche geht es dann so richtig los", sagt Bauleiter Steffen Jainz von der TWB Tief- und Wasserbau Boblitz GmbH. Die Firma aus dem Spreewald soll im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) in den kommenden Wochen zirka 30 000 Kubikmeter Eisenschlamm aus dem Vorstaubecken absaugen.

Der ockerbraune Schlamm hat sich vor allem seit dem vergangenen Sommer dort abgesetzt, seit in Spremberg-Wilhelmthal eine Bekalkungsanlage aufgebaut wurde und weiter flussabwärts der Spree ein Flockungsmittel zugesetzt wird. Beides bewirkt, dass das Eisenhydroxid in der Spree sich bei geringerer Fließgeschwindigkeit als Schlamm am Boden absetzt.

"Zirka 62 Prozent des Eisenhydroxids werden in der Vorsperre auf diese Weise zurückgehalten", erläutert Volkmar Zarach, Leiter für Umweltschutz und Rekultivierung bei der LMBV. Weitere rund 30 Prozent setzen sich im Staubecken der Talsperre ab. Und das Wasser, das der Spremberger Stausee in die Spree nach Cottbus abgibt, weist insgesamt 93 Prozent weniger Eisen aus als jenes Wasser, das durch Spremberg fließt.

Nun ist das Bühlower Vorstaubecken allerdings bis an den Rand voll und die LMBV lässt den Schlamm absaugen. "Dabei betreten wir auch ein bisschen Neuland", sagt Volkmar Zarach. Zwar gab es schon Entschlammungen in den Fließen des Spreewalds. Aber anders als dort wird der Schlamm bei Bühlow nicht in Absetzbecken oder auf großen Flächen zum Trocknen gelagert. "Soviel Platz hätten wir hier gar nicht", sagt Zarach. Stattdessen wird der vom Schwimmbagger angesaugte Eisenschlamm sofort in einer Zentrifuge entwässert und die übrige Masse anschließend zu einem Entsorgungsunternehmen nach Lauta gebracht.

Zwei Lkws werden im Einsatz sein, um die Container mit dem getrockneten Eisenschlamm zur Entsorgung zu transportieren. "Die Anwohner müssen also kein hohes Verkehrsaufkommen befürchten", kündigt Bauleiter Steffen Jainz an.

Bis Ende Juni sollen die Arbeiten an der Vorsperre Bühlow abgeschlossen sein. Mehr als eine Million Euro wird die Entschlammung kosten, bestätigt Zarach. Klar ist schon jetzt, dass diese Reinigung auch in den kommenden Jahren regelmäßig erfolgen muss. Denn die Bekalkungsanlage in Wilhelmsthal und die Beflockung sollen vorläufig weiter in Betrieb bleiben, erläutert der LMBV-Umweltschutzchef.

Für eine weitere turnusmäßige Reinigung der Vorsperre gebe es bereits Absprachen mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV). Das Landesamt hat den reibungslosen Betrieb der Vorsperre zu verantworten und muss daher regelmäßig Sedimente aus dem Gewässer entfernen. In diesem Zuge solle zusätzlich auch der Eisenschlamm beseitigt werden. Zarach: "Die LMBV wird künftig die nötigen Mehrkosten tragen."

Kommentar: Vorsperre ist kein Loch ohne Boden