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Eisenbahnausstellung lockt viele Besucher nach Spremberg

Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung im Schloss gehörten die Spremberger Silvio Bogott, Klaus Wende und Oliver Bogott (hockend), die mit Leihgaben die Vitrinen bereichern konnten. In ihrem eigenen Garten tuckert eine Gartenbahn. Die Spaziergänger bleiben gern vor der Miniaturanlage an der Slamener Höhe stehen.
Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung im Schloss gehörten die Spremberger Silvio Bogott, Klaus Wende und Oliver Bogott (hockend), die mit Leihgaben die Vitrinen bereichern konnten. In ihrem eigenen Garten tuckert eine Gartenbahn. Die Spaziergänger bleiben gern vor der Miniaturanlage an der Slamener Höhe stehen. FOTO: Martina Arlt/mat
Spremberg. Hätte Eckbert Kwast, der Spremberger Museumsfachleiter damit gerechnet? Bis auf den letzten Stuhl war der Festsaal des Niederlausitzer Heidemuseums im Kulturschloss des Landkreises Spree-Neiße am Sonntag besetzt. Grund dafür war die Eröffnung der Sonderausstellung "Auf Schienen durch die Lausitz – 150 Jahre Eisenbahn in Spremberg". Martina Arlt / mat

"Eisenbahn zieht, hat viele Freunde, und die Eisenbahn gab es nicht nur in Spremberg. So bin ich wirklich froh, dass wir so viele Unterstützer fanden, die uns bei der Gestaltung der Ausstellung zu diesem Thema behilflich waren", so Eckbert Kwast.

Zu den Helfern gehörte an erster Stelle Harald Großstück als Eisenbahnhistoriker und Mitglied im historischen Heimatverein Cottbus. Er gab am Sonntag auch einen großen Überblick zur Eisenbahngeschichte in der Region. Doch auch die Spremberger Modelleisenbahner, die BTU Cottbus, der Spremberger Sammler Ullrich Müller sowie Museumsmitarbeiter aus Forst und Spremberg trugen mit vielen Dingen zum guten Gelingen der Sonderausstellung bei. Bei diesem Thema durften natürlich Silvio Bogott und Klaus Wende aus Spremberg nicht fehlen, die in ihrem Garten an der Slamener Höhe eine Miniaturanlage stehen haben und gern die Gartenbahn immer wieder erweitern. "2015 gingen wir einem anonymen Paket nach, das wir mit Hilfe von GPS im Rahmen der digitalen Schatzsuche über Geocaching gefunden haben. Es befand sich an der Bahnlinie zwischen Cottbus und Spremberg, im Bereich der im Volksmund Greulichen Gruben bei Weskow. Darin befanden sich sehr wertvolle Pläne zur Eisenbahngeschichte, die zum Teil hier ausgestellt sind", so Silvio Bogott und Klaus Wende. "Von unseren Modelleisenbahnern wurden einige Lokomotiven und Waggons zur Verfügung gestellt. Von Thomas Graf, der unseren Verein leitet, wird der gebaute Bahnhof hier ausgestellt. In akribischer Arbeit baute er mehrere Jahre daran. Es ist wirklich eine sehr lehrreiche Ausstellung, die ganz sicher viel Mühe kostete, um diese Daten alle zusammenzutragen", so Enrico Schulze von den Spremberger Modelleisenbahnern.

Das Zeitalter der Postkutsche ging im 19. Jahrhundert zu Ende, der technische Fortschritt nahm seinen Lauf. Am 31. Dezember 1867 ist der letzte Abschnitt von Cottbus nach Weißwasser und damit der gesamte Verkehr auf der Eisenbahnstrecke Berlin - Görlitz in Betrieb genommen worden. Die Eisenbahn war für die zunehmende Industrialisierung der Niederlausitz von entscheidender Bedeutung. Zunehmend entstanden in den Städten der Region wie in Forst und Spremberg innerstädtische Bahnen, die vor allem die Tuchfabriken mit Braunkohle versorgten, aber auch zur Güter- und Personenbeförderung genutzt wurden. Mit dieser Ausstellung möchte das Museum an die längst stillgelegten Linien, an Unglücke auf den Schienen und mit dem einen oder anderen Exponat an das Reisen mit der Eisenbahn erinnern. Sie wird bis zum 12. November 2017 im Niederlausitzer Heidemuseum gezeigt.