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Spremberg
Eine Schule in der Schwebe

Die Georgenbergschule bleibt bis zur Klärung zwischen Schulamt und Landkreis Förderschule.
Die Georgenbergschule bleibt bis zur Klärung zwischen Schulamt und Landkreis Förderschule. FOTO: Annett Igel-Allzeit / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Spremberg. Der Förderschulstandort in Spremberg soll auslaufen, doch müssen Schulamt, Kreis und Stadt einiges klären. Annett Igel-Allzeit

In Ruhe soll die Förderschule auf dem Georgenberg auslaufen, obwohl die Lehrer bereits der Berufsorientierenden Oberschule zugeordnet werden. 29 Mädchen und Jungen sind es noch, die hier ihren Abschluss schaffen möchten. In Schwedt und Potsdam ist bekannt, dass sie besonders kreativ sind. Sie haben sich an das Projekt „Saubere Spree“ gewagt und konnten mit den zwei großen Gemeinschaftsbildern „50 Anglerträume“ und „Fischhotel“ erneut als Sieger im Internationalen Mal- und Zeichenwettbewerb des Landes Brandenburg jubeln. Doch als das unterm Titel „Oberschüler ermalen sich wieder einen Preis“ in der RUNDSCHAU gewürdigt wurde, forderte die Stadtverwaltung eine Richtigstellung zu den Oberschülern: „Es gibt keinen Standort Slamener Höhe der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS)! Die BOS in der Wirthstraße 1 befindet sich in Trägerschaft der Stadt Spremberg. Die Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen, Slamener Höhe 22, befindet sich in der Trägerschaft des Landkreises Spree-Neiße.“

Bürgermeisterin Christine Herntier sagte zwar wenige Tage später die Richtigstellung ab. Aber tatsächlich hatte sie recht. Die Förderschule hängt in Schwebe. Es gebe Klärungsbedarf. „Wir suchen das Gespräch mit dem Schulamt“, so die Bürgermeisterin.

Im Frühjahr 2017 hatte das Förderschul-Team um Silvia Pfeiffer erfahren, dass sie das gleiche Schicksal ereilt wie die Förderschule in Forst, die 2015 Zweigstelle der Gutenberg-Oberschule wurde. Die Spremberger Georgenbergschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen sollte zum Schuljahresende 2016/2017 schließen. Um den 29 Schülern kurz vorm Abschluss den Umzug in die BOS mit rund 300 Schülern zu ersparen, sollte die Förderschule als Zweigstelle der BOS auslaufen. Silvia Pfeiffer und drei Kollegen sollten als Lehrer ins Team der BOS wechseln, aber weiter in der Zweigstelle unterrichten.

Zweigstelle für zwei Jahre - das war nicht schön für die Förderschule, aber ein annehmbarer Kompromiss fürs Förderschul-Team. Was in Forst im Jahr 2015 noch wie ein Experiment zur Inklusion hingenommen worden war, wurde im Frühling dieses Jahres in Spremberg vor der Bundestagswahl hinterfragt. Hat die BOS nach Auslaufen der Zweigstelle genug Platz und Personal fürs gemeinsame Lernen? Einen Erweiterungsbau versucht die Stadt jetzt zu planen.  Zudem würde mit der Spremberger Förderschule die letzte im Landkreis Spree-Neiße verbliebene Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen geschlossen.

Der Kreistag Spree-Neiße lehnte die Schließung der Förderschule ab.  Die Spremberger Stadtverordneten sprachen sich für die Fortführung des Schulbetriebes in der Slamener Höhe aus. Eva Szramek, Fachbereichsleiterin für Bildung und Kultur in der Kreisverwaltung, hätte sie auch gern erhalten: Aber die Schließung sei eine Forderung des brandenburgischen Bildungsministeriums.

Deshalb bereiteten sich die Förderschullehrer mit den Oberschullehrern aufs neue Schuljahr 2017/2018 vor, meldete sich das Sekretariat mit Berufsorientierender Oberschule/Zweigstelle Slamener Höhe, wurde ein Schulstempel mit dem vermeintlich neuen Namen und ein fröhlich-buntes Eingangsschild angefertigt.

Doch tatsächlich fehlt dem Staatlichen Schulamt der befürwortende Beschluss des Landkreises, so Schulamtsleiter Gerald Boese. Das Schulamt müsse neu auf den Kreis zugehen. Und der Kreis lässt das Schulamt kommen. Bis zur Klärung, so Hermann Kostrewa,  Bildungsdezernent im Spree-Neiße-Kreis, heiße die Georgenbergschule weiterhin Schule mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen. „Die Schüler bleiben Förderschüler und Silvia Pfeiffer ihre Schulleiterin. Nur die drei verbleibenden Lehrer sind der BOS zugeordnet“, erklärt Kostrewa.