| 02:34 Uhr

Eine Schau der verschiedenen Blickwinkel

Walter Piroch (70) aus Löbau, die in Görlitz geborene Dagmar Stade-Schmidt (70) aus Berlin und Eberhard Peters (80, von links) aus Weißwasser stellen zusammen insgesamt 59 Werke in Schwarze Pumpe aus.
Walter Piroch (70) aus Löbau, die in Görlitz geborene Dagmar Stade-Schmidt (70) aus Berlin und Eberhard Peters (80, von links) aus Weißwasser stellen zusammen insgesamt 59 Werke in Schwarze Pumpe aus. FOTO: Martina Arlt/mat1
Spremberg. Hunderte Besucher sind am Donnerstagabend zur Eröffnung der 38. Sonderausstellung "Drei Temperamente" ins Kraftwerk Schwarze Pumpe gekommen. Den Raum in der Galerie teilen sich drei Künstler des Oberlausitzer Kunstvereins, die stilistisch und persönlich gut miteinander harmonieren und dennoch ihre eigene Bildsprache gefunden haben: Dagmar Stade-Schmidt, Walter Piroch sowie Eberhard Peters stellen Malerei und Grafik auf drei Etagen des Foyers im Kraftwerk aus. Martina Arlt / mat1

Hubertus Altmann, Vorstand für das Ressort Kraftwerke der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG, verwies in seinem Grußwort auf die gute Tradition am Kraftwerkstandort Schwarze Pumpe, die Arbeiten mehrerer Künstler in einer Ausstellung zu vereinen. "Das öffnet die Augen für die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit der Welt, in der wir leben. Das macht uns auch immer wieder klar, dass man ein und dieselbe Sache aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann und auch sollte, um ein Ganzes zu erkennen."

Auch Walter Piroch betonte die gemeinsame Grundposition, die ihn und seine beiden Künstlerkollegen verbindet: "In den Werken wird sichtbar, dass die Gesellschaft mit ihren komplexen Möglichkeiten, Grenzen und Zwängen, die Natur in ihrer Schönheit und Gefährdung, das menschliche Miteinander und Gegeneinander, Gefühle, Träume und Wünsche in uns Spuren hinterlassen, die uns letztlich zu bildnerischen Lösungen anregen. Im Ergebnis führen drei verschiedene Temperamente natürlich zu ganz individuellen Lösungen."

1995 begegneten sich die drei Künstler erstmals bei einem Pleinair des Oberlausitzer Kunstvereins in Görlitz. Weitere Ausstellungen, der gemeinsame Gedankenaustausch sowie Begegnungen im Oberlausitzer Kunstverein vertieften das künstlerische Verständnis und die Achtung vor der Leistung des anderen. So stellten sie bereits vor zehn Jahren "in gleicher Besetzung" im Kraftwerk aus. Für die bis Ende März laufende Ausstellung hatte sich das Trio 2012 angemeldet. Auch Kraftwerksleiter Oliver Stenzel freute sich über die große Resonanz der Ausstellung im Kraftwerk Schwarze Pumpe. Die musikalische Umrahmung der Eröffnung übernahmen drei Mitglieder von Take III des Lessing-Gymnasiums Hoyerswerda.

Bis 1991 arbeitete Dagmar Stade-Schmidt als Ärztin. 1992 wechselte sie in den künstlerischen Bereich. Walter Piroch war früher als Diplomlehrer für Kunsterziehung und Geschichte tätig, seit 1994 war er Kursleiter Malerei/Grafik in der Volkshochschule Löbau. Künstlerisch tätig ist er meist in der Malerei, Grafik und Kleinplastik.

Eberhard Peters war Glasgraveur und seit 1958 Mitglied des Mal- und Grafikzirkels im Kulturhaus der Glasmacher Weißwasser. 1982 und 1986 wurde er mit einer Goldmedaille bei Arbeiterfestspielen in Neubrandenburg und Magdeburg geehrt. Seit 1989 ist er freischaffender Künstler.