Architekt Rottmann wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um rein theoretische Werte handele. Immerhin biete die weitgehend menschenleere Landschaft zukünftig viel Platz für die Gewinnung erneuerbarer Energien. Die Welzower Workshop-Teilnehmer mochten sich nicht für eine "Verspargelung" des Tagebaus zu begeistern. "Die Windkraft hat unsere Region bereits regelrecht überrannt", befand der Welzower Stadtverordnete Reinhard Franke (SPD). Er setze stattdessen mehr auf Strom aus Photovoltaik. In diesen Anlagen stecke ein erhebliches Potenzial. Vorstellbar sei auch ein Pilotvorhaben in der Bergbaufolgelandschaft, "das man der Welt als Beispiel anbieten könnte".Auch Joachim Diener (Bürgerinitiative Zukunft Welzow) wandte sich gegen eine gänzliche Umwandlung des Tagebaus in einen riesigen Windpark. Stattdessen forderte der Abgeordnete, dass Unternehmen, die aus der Region Energie herausholen, auch etwas für die Gegend leisten müssten. "Das sollte vertraglich festgehalten werden", so Diener.Der Drebkauer Bürgermeister Harald Altekrüger (CDU) kann sich in der Welzower Bergbaufolgelandschaft durchaus Windräder als alternative Energieerzeuger vorstellen: "Die Anlagen stören dort niemanden. Zudem brauchen damit keine gewachsenen Flächen in Anspruch genommen werden". Ein Problem sei aber, dass die Anliegerkommunen die Anlagen kaum selbst betreiben könnten. Die notwendigen Investitionen seien zu teuer.Architekt Matthias Rottmann wies darauf hin, dass unterhalb der Windräder eine weitere Nutzung der früheren Tagebauflächen möglich sei. Dagegen würden Photovoltaik-Anlagen die Landschaft vollständig "zupflastern". Derzeit seien Sonnenkollektoren die einzige alternative Energieform, die im Umfeld des Tagebaus Welzow-Süd noch fehlt. Windräder stehen bei Proschim. Außerdem befindet sich im Ort eine Biogasanlage, und in Haidemühl produziert ein Blockheizkraftwerk Energie aus Holz.Recht skeptisch zeigten sich die Teilnehmer des IBA-Workshops zum Anbau von Energiepflanzen in der Welzower Bergbaufolgelandschaft. Die meisten Redner warnten vor den armen Böden und der zunehmenden Wasserknappheit aufgrund des Klimawandels. Zudem würden beim Anbau von Energiepflanzen ökologisch bedenkliche Monokulturen entstehen.