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Ein Syrer malt Bilder von Flucht und Heimatlosigkeit und zeigt sie in Guben

Das Thema Flucht bringt der Syrer Serdar Hesso auf die Leinwand.
Das Thema Flucht bringt der Syrer Serdar Hesso auf die Leinwand. FOTO: Stadt Guben
Guben. Die Ausstellung "Fahrt beendet" mit Malereien des in Guben lebenden syrischen Flüchtlings Serdar Hesso ist ab sofort im ehemaligen Hutcafé gleich neben dem Stadt- und Industriemuseum zu sehen. Serdar Hesso ist in einer bescheidenen syrischen Familie mit Lyrik und Musik aufgewachsen. utr1

Er ist Maler, Designer und Musiker. In Aleppo hatte er ein kleines Atelier, doch der Krieg zerstörte sein Leben. Geblieben sind ihm nur die Malerei und die Musik.

Er kam nach Deutschland, fand in Guben Menschen, die ihm und seiner Familie halfen oder einfach nur da waren. So wie Miriam Quappe. Beide Familien verbindet mittlerweile eine enge Freundschaft. Und die drückt sich nicht nur im alltäglichen Miteinander aus, sondern Miriam und Serdar machen auch zusammen Musik. Auch am Donnerstagnachmittag bei der Vernissage, bei der viele Besucher des Allerweltscafés reinschauten. Serdar Hesso sagt: "Der Krieg hat zwar mein Leben in Syrien zerstört, aber ich konnte es nicht zulassen, dass er meine Träume und Visionen über die Grenzen hinweg auch noch tötet."

Jetzt versucht der Überlebens- und Lebenskünstler spirituell seiner Entfremdung und Heimatlosigkeit eine Gestalt zu geben. Alles, was er jetzt habe, seien zwei Federn, ein kleines Atelier zum Malen, seine Gitarre, ein Herz voller Trauer und die Abwesenheit seiner Mutter, seiner Geschwister und seiner Heimat.

Diese Bilder in seinem Kopf gibt er auf Leinwänden wieder. Aber er vergisst dabei auch die Farben nicht, bei all dem Leid. Denn Farbe bedeute Hoffnung und die habe er in Guben gefunden, sagt Serdar Hesso. Er hat mit dem Malen einen Weg gefunden, seine Erlebnisse und Gefühle auszudrücken. Und er will damit anderen Menschen zeigen, was Flüchtlinge durchmachen, um Krieg und Terror zu entkommen.

Es war seine große Hoffnung, nach Deutschland zu kommen. Er ist sehr froh, in Guben gelandet zu sein, wo er für sich und seine Familie eine Zukunft sieht. "Ich möchte versuchen, meine Familie zusammenzuhalten, zu stärken und sie lehren, niemals aufzuhören, die eigenen Träume zu verwirklichen", sagt er. Serdar Hesso ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder.

Serdar Hesso hat seine Gefühle und Emotionen rund um seine Flucht aus Syrien auf Leinwänden festgehalten. Die Ausstellung ist bis zum 13. November zu sehen.
Serdar Hesso hat seine Gefühle und Emotionen rund um seine Flucht aus Syrien auf Leinwänden festgehalten. Die Ausstellung ist bis zum 13. November zu sehen. FOTO: Ute Richter/utr1