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| 18:10 Uhr

Weltgebetstag
Ein Stück Südamerika in Spremberg

Auch das gehört zum Weltgebetstag: Die Sprembergerinnen bereiten kulinarische Spezalitäten zu, wie sie in Surinam gekocht werden.
Auch das gehört zum Weltgebetstag: Die Sprembergerinnen bereiten kulinarische Spezalitäten zu, wie sie in Surinam gekocht werden. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Für eine Teilnehmerin des Weltgebetstages ist Surinam alles andere als fremd.

Weltweit versammeln sich jedes Jahr am ersten Märzwochenende Frauen, um gemeinsam den Weltgebetstag zu feiern. Dabei steht immer wieder ein anderes Land im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Dann finden Frauen aller Konfessionen zusammen und bereiten einen erlebnisreichen Gottesdienst vor.

In Spremberg waren unter Leitung von  Veronika Hahmann Frauen aus den Kirchgemeinden St. Benno, Kreuzkirche, Auferstehungskirche, Michaelkirche und der Landeskirchlichen Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg aktiv, um den Abend in der katholischen St. Benno-Gemeinde vorzubereiten. Musikalisch begleitet wurde der Weltgebetstag durch Felix Grzelka am Keyboard.

„Es ist ein Rotationsprinzip, jedes Jahr ist mit der Vorbereitung eine andere Kirchgemeinde beauftragt“, erklärt Marie-Louise Obst vom Organisationsteam. „Es ist ein großer Aufwand, doch dann helfen ja viele Frauen auch aus den anderen Gemeinden mit. Mit unserer Gestaltung des Gottesdienstes und den Bildern möchten wir die vielfältige Kultur des Landes, das Leben in Surinam, aufzeigen.“ Surinam stehe für Urwälder, Naturwunder, Reggae, Artenvielfalt und Meeresschildkröten. Das südamerikanische Land  vereint auf kleinem Raum kreolische, indische, indonesische und deutsche Einflüsse. Mit einer Fläche von 146 000 Quadratkilometern ist es weniger als halb so groß wie Deutschland und im Vergleich zum südlichen Nachbarn Brasilien ein Ministaat mit rund 550 000 Einwohnern.

Einer Frau aus der großen Besucherschar in Spremberg ist das Land aber nicht fremd. Karin Piatyszek aus Sallgast hat Surinam in ihr Herz geschlossen. Insgesamt vier Mal reiste die 74-Jährige bisher dorthon; das erste Mal im Jahr 2000, das letzte Mal 2009. „Es ist ein himmlisches Land, arm aber schön. Die Menschen sind dort nicht unglücklich“, hat sie in Erinnerung. „Es leben dort viele Stämme friedlich zusammen.“ Das Leben sei einfach. „ Alles wird dort im Fluss gewaschen. Wir schliefen in Hängematten. Wir sahen tolle Tiere. Es ist ein faszinierendes Land, das nun auch schon sehr modern geworden ist. Wäre ich jünger, wäre ich in diesem Land geblieben.“

So setzten sich auch die Spremberger mit diesem Land auseinander, holten Informationen ein und probierten Rezepte, die dort gekocht und gebacken werden. Die Spremberger Frauen bereiteten ein sehr herzhaftes Buffet mit landestypischen Speisen vor. Silvia Pfeiffer (59) machte einen Süßkartoffelsalat: „Das ist ein ganz anderer Geschmack, wie wir es kennen“, erklärt sie. Zum Weltgebetstag und zum Frauenfrühstück müsse man einfach im Rahmen der Frauenwoche dabei sein. „Zeitlich gesehen schaffe ich auch nicht mehr. Beim Frauenfrühstück am 10. März bin ich ja auch wieder Tischverantwortliche“, erzählt Silvia Pfeiffer.

Irma Güldner bereitete braune Bohnen mit Reis zu: „Es ist schon ein kleines Abenteuer, einige Zutaten für diese Gerichte zu bekommen. Das Schwierigste für mich war die Gewürzmischung Masala“, erzählt sie. „Dazu musste ich mich erst im Internet schlau machen. Dazu gehört Kreuzkümmel, Koriander, Nelken, Kardamom, Zimt, Muskat und Pfeffer.“

Birgit Schicketanz probierte sich beim Kartoffelsalat mit roten Beeten aus. Auf dem großen Buffet waren aber auch Gerichte wie Blokmout (Kokoskuchen), Lapis (Kokospudding), Frikadel Djawa, Masala (Fleischbällchen), Erdnusssuppe oder Surinamisches Hänchen mit Rohrzucker und Knoblauchpulver zu finden.

Vom Erlös des Weltgebetstages  werden Frauenprojekte gefördert. So können Ausbildungen für Jugendhelferinnen finanziert werden oder Frauen können in die Existenzgründung gehen und machen sich selbstständig.

Die Sprembergerinnen widmen sich schon dem nächsten Weltgebetstag, dann in der Auferstehungskirche. Slowenien steht dann im Mittelpunkt.