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| 17:12 Uhr

Spremberg
Jokostras Spuren nachempfinden

Benjamin Voß, Bernhard Ströble und Klaus Krause von den Literaturfreunden Peter Jokostra (im Bild mittig) beginnen den literarischen Spaziergang am Elternhaus Jokostras, wo seit 2017 eine Gedenktafel angebracht ist.
Benjamin Voß, Bernhard Ströble und Klaus Krause von den Literaturfreunden Peter Jokostra (im Bild mittig) beginnen den literarischen Spaziergang am Elternhaus Jokostras, wo seit 2017 eine Gedenktafel angebracht ist. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Eine kleine Gruppe von Interessierten begibt sich auf literarischen Rundgang mit den Literaturfreunden Peter Jokostra durch die Innenstadt. Von Anja Guhlan

„Wir werden uns auf die Spuren des Schriftstellers und Literaturkritikers Peter Jokostra begeben“, erläutert Klaus Krause  zu Beginn des literarischen Spaziergangs.  Er zeigt ein Bild von Peter Jokostra herum. Es ist die wohl bekannteste Aufnahme.

Die erste Station des Rundgangs ist Peter Jokostras Elternhaus in der Langen Straße 35. Er war unter seinem bürgerlichen Namen Heinrich Knolle als Sohn eines Apothekers hier aufgewachsen. „Was er als Jugendlicher oder junger Erwachsener beim Gang durch die Stadt oder beim Blick aus dem Fenster beobachtete, verarbeitete er in seinen Büchern“, erklärt Klaus Krause. An dem Haus ist seit Januar 2017 eine Gedenktafel angebracht. Christina Schönherr, Fraktionsvorsitzende der Vereinten Wählergruppe, die an dem Rundgang teilnimmt, erinnert sich: „Die Literaturfreunde brachten 2015 den  Vorschlag für eine Gedenktafel ein. Unsere Fraktion befürwortete diesen Vorschlag und brachte es als Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein“, so Christina Schönherr. Ihr selbst war Peter Jokostra zuvor nicht bekannt. „Doch inzwischen habe ich mich mit Jokostra und seinen Werken beschäftigt und finde ihn und seine Werke interessant“, erzählt Christina Schönherr.

An der Langen Brücke auf der Langen Straße ist der nächste Halt. Der Blick wandert zur heutigen Berufsorientierten Oberschule. Früher war dort die Mädchenschule der Stadt. Jokostra selbst besuchte die Knabenschule in der Dresdner Straße einige Meter weiter.  „Das ist mir neu, dass da mal eine Schule stand“, meint Kerstin Promnitz mit Blick auf die kleine Gasse „Am Schulhof“. „Daher der Straßenname“, schmunzelt sie. Klaus Krause erklärt, dass diese Schule 1945 zerstört und 1948 abgerissen wurde. Ganz in der Nähe in der Dresdener Straße 11 steht die alte Gaststätte von Paul Porath. Sie gilt als eine der ersten Lesestätten Peter Jokostras.

Die Gruppe wandelt weiter auf den Spuren Jokostras und hält als Nächstes am Gymnasium, wo am einstigen Realgymnasium Peter Jokostra  sein Abitur absolvierte und an dem er später selbst als einer der neuen Pädagogen lehrte. Der Rundgang endet am Markt.   Dort hielt der angehende Schriftsteller  1933 im Hotel „Zur Sonne“ ebenfalls Lesungen ab. Nach dem Krieg veranstalteten auf dem Markt mitten im Ruinenfeld mehrere Schriftsteller ein Dichtertreffen – darunter Peter Jokostra.

„Mit dem Rundgang wollten wir als  Literaturfreunde kleine Schlaglichter  setzen, damit die Erinnerung an Jokostra bestehen bleibt“, meint Klaus Krause. Mit beteiligt am Rundgang waren auch Benjamin Voß und Bernhard Ströble aus Kiel von den Literaturfreunden. Sie beantworteten gerne noch die ein oder anderen Fragen der Teilnehmer. Für Besucher Reinhard Nousch war es ein interessanter Gang durch die Innenstadt: „Ich habe selbst viel gesehen und erlebt in dieser Stadt, konnte aber noch Neues dazulernen.  Mit Jokostras Werken habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt, aber  nun wird wohl ein Gang in die Bibliothek nicht ausbleiben.“