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Ein neuer Arzt für die Welzower

Der neue Allgemeinmediziner Bert Riedel mit Kathleen Becker (l.) und Anne-Marie Dubau, medizinische Assistentinnen des Gesundheitszentrums Niederlausitz.
Der neue Allgemeinmediziner Bert Riedel mit Kathleen Becker (l.) und Anne-Marie Dubau, medizinische Assistentinnen des Gesundheitszentrums Niederlausitz. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Welzow. Um 6.30 Uhr haben am Montagmorgen die ersten Patienten vor der neuen Welzower Praxis gestanden. Doch Bert Riedel, den neuen Allgemeinmediziner, überraschte das nicht. Für die Proben noch auf nüchternem Magen zu seinem Untersuchungen geht es auch am ersten Tag in Welzow früh los. Annett Igel-Allzeit

"Ich wollte unbedingt zurück in die Lausitzer Kleinstadt. Jetzt bin ich zurück, denn Welzow hat dringend noch einen Arzt gebraucht", erklärt Bert Riedel. 34 Jahre ist er jung, er stammt aus Vetschau, hat in Berlin studiert, in der Charité die Erfahrungen in mehreren Bereichen gesammelt. Und seine Facharztausbildung konnte er inzwischen erfolgreich abschließen. Aber so eine eigene Praxis in der Kleinstadt - die hätte sich Bert Riedel in seinen jungen Jahren noch nicht selbst aufbauen können.

Statt weiter von der Rückkehr in die Kleinstadt zu träumen, meldete er sich in der Gesundheitszentrum Niederlausitz GmbH. Und sie hat ihm gemeinsam mit der Stadt Welzow geholfen, denn Welzow kämpft seit über zehn Jahren mit dem Ärztemangel. Das Gesundheitszentrum Niederlausitz, eine hundertprozentige Tochter des Klinikums Niederlausitz, konnte Praxen für Allgemeinmediziner bereits in Lauchhammer, Schwarzheide, Ortsrand und Tettau eröffnen. Uwe Böttcher, der Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Niederlausitz, hat die kleine neue Praxis im Welzower Rathaus als bisher schönste Interimslösungen gefeiert. Im Warteraum war einst das Welzower Ordnungsamt untergebracht, und wo nun behandelt und untersucht wird, hatten die Welzower ihre standesamtliche Betreuung und ihr Trauzimmer, so die Bürgermeisterin Birgit Zuchold bei einer kleinen Führung. "Heute oben im Rathaussaal wirken die Paare viele schöner", weiß sie. Platz für den jungen Arzt mit seinen medizinischen Assistentinnen Kathleen Becker und Anne-Marie Dubau schon vor der Fertigstellung des Ärztehauses und Pflegezentrums in der Ecke Brandenburger Straße/Dresdener Straße zu schaffen, was deshalb kein Problem.

Vielleicht wird aber schon im Oktober 2018 Bert Riedel in die etwas größeren und endgültigen Räume umziehen. Wie Birgit Zuchold Uwe Böttcher bestätigt, will das Bauunternehmen Mattig und Lindner den Rohbau noch in diesem Jahr hochziehen - "wir müssen nur hoffen, dass der Winter nicht zu heftig wird", so Bürgermeisterin Birgit Zuchold.

An den Patienten jedenfalls soll es nicht scheitern. Schon bis zur offiziellen Einweihung gestern hatte Riedel ein Dutzend Patienten behandelt. Als im Frühjahr zu einer Bürgerinformationsveranstaltung über das neue Ärztehaus und Pflegezentrums eingeladen worden war, kamen über 60 Einwohner. Und zum ersten Gesundheitsforum hatte die Stadt eingeladen, als Dietrich Bismarck mit über 70 Jahren die Schließung seiner Praxis angekündigt hatte. Im Jahr 2014 schloss auch Christa Schubert aus Altergründen ihre Praxis. Geblieben ist Silvia Dominik - und mit ihr will Bert Riedel noch möglichst lange gut zusammenarbeiten. "Schließlich geht es auch um unsere Urlaubsvertretung", so der junge Arzt. Sandra Lindner, Inhaberin der Physiotherapie "Grüne Mitte", und ihrer Kollegin Jacqueline Kottusch sowie die Welzower Zahnärztin Heike Pfalz begrüßten Riedel gestern ebenfalls herzlich. Mehrere medizinische Apparate hat der junge Allgemeinmediziner bereits im Einsatz. Wichtigste Anschaffung wird jetzt noch ein Ultraschalldiagnosegerät sein.

Zum Thema:
Bis zur Fertigstellung des Arzt- und Pflegehauses in Welzow ist der Allgemeinmediziner Bert Riedel im Rathaus, Poststraße 8, zu finden. Geöffnet hat er am Montag und Dienstag von 8 bis 12 und 13.30 bis 15 Uhr, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr und am Donnerstag 13 bis 18 Uhr. Auch den Mittwochnachmittag hält er sich für Terminsprechstunden frei.